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Athanasius (295-373) - Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens (Epistula ad episcopos Aegypti et Libyae)

3.

Wenn er aber wieder seine eigene Lüge verbirgt und sich stellt, als ob er mit seinen Lippen die Wahrheit spräche, so können wir, da uns seine Gedanken nicht unbekannt sind, das sagen, was vom Geiste über ihn gesagt ist: „Zum Sünder aber sprach Gott: Warum erzählst du meine gerechten Handlungen?"1 und: „Nicht schön ist das Lob im Munde des Sünders." 2 Denn der Heimtückische verdient keinen Glauben, selbst wenn er die Wahrheit spricht. Das beweist die heilige Schrift, indem sie seine Hinterlist gegen Eva im Paradiese erzählt. Es überführte ihn aber auch der Herr, zuerst auf dem Berge, wo er den ihn umschließenden Panzer öffnete und zeigte, wer der Hinterlistige sei, und wo er, daß der Versucher nicht einer von den Heiligen, sondern der Satan sei, mit den Worten bewies: „Weich von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst den Herrn deinen Gott anbeten und ihm allein dienen;" 3 ebenso als er den Dämonen, die aus den Grabmälern ihre Stimme erhoben, den Mund stopfte. Denn sie sprachen die Wahrheit und sprachen damals keine Lüge aus mit den Worten: „Du bist der Sohn Gottes und der Heilige Gottes." 4 Allein er wollte nicht, daß die Wahrheit durch einen unreinen Mund ausgesprochen würde, zumal durch Jene, damit sie nicht unter dem Verwande der Wahrheit den eigenen Willen der Bosheit beimischen und diesen unter die Menschen säen, während sie schlafen. 5 Deßhalb gestattete er weder selbst, daß sie solches redeten, noch wollte er, daß wir solchen Reden Gehör geben. Und er mahnte uns durch seinen eigenen Mund in den Worten: „Nehmt euch in Acht vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reissende [S. 14] Wölfe sind "6 ebenso durch die Apostel: „Glaubet nicht jedem Geiste"!7 Das ist nämlich die Art und Weise der Thätigkeit des Widersachers. Das sind die Machwerke der Häresien. Eine jede hat nämlich zum Vater ihrer Erfindung den Teufel, der im Anfang sich verkehrte und um Menschenmörder und Lügner wurde, und weil sie sich schämt, seinen verhaßten Namen anzusprechen, so nimmt sie die Maßke des schönen und über Alles erhabenen Namens des Heilands an und hüllt sich in die Stellen der Schrift und spricht wohl die Worte aus, läßt aber den wahren Sinn nicht hervortreten, und wird dann, indem sie ihre eigene ausgeheckte Erfindung gleichsam mit Hinterlist verdeckt, gleichfalls zur Menschenmörderin an den Verführten.

1: Ps. 49. 16.
2: Ekkli. 15, 9.
3: Matth. 4, 10.
4: Matth. 8. 29.
5: Matth. 13, 25 und Mark. 1, 24.
6: Matth. 7, 15.
7: 1. Joh. 4, 1.

 

 

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Einleitende Notizen: Athanasius Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger