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Athanasius (295-373) - Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens (Epistula ad episcopos Aegypti et Libyae)

19.

Für alle Menschen ist nun der Tod das gemeinsame Lebensende, und Niemand darf, sollte selbst ein Feind gestorben sein, ihn verhöhnen, da es ungewiß ist, ob nicht bis zum Abend auch ihm das zu Theil wird. Da aber das Lebensende des Arius nicht unter gewöhnlichen Umständen eintrat, so verdient es deßhald auch erzählt zu werden. Als nämlich die Anhänger des Eusebius drohten, ihn in die Kirche einzuführen, widersprach der Bischof Alexander von Constantinopel. Arius aber vertraute auf die Gewalt und die Drohungen des Eusebius. Es war nämlich Sabbat, und er hoffte am folgenden Tage in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Es war also ein heftiger Kampf entbrannt, indem Jene drohten. Alexander aber betete. Da trat der Herr als Richter auf und entschied gegen die Ungerechten. Denn es war die Sonne noch nicht untergegangen, da trieb ihn ein Bedürfniß an einen Ort, wo er zusammenstürzte und Gemeinschaft und Leben mit einander verlor. Constantin seligen Andenkens vernahm es alsbald und nahm mit Überraschung wahr, daß Dieser des Meineides überführt sei. Und Alle sahen damals deutlich, daß die Drohungen der Eusebianer vereitelt waren und die Hoffnung des Arius sich nicht erfüllt habe. Und es trat ferner an den Tag, daß der arianische Wahnsinn sowohl hier [S. 37] als auch in der Kirche der Erstgebornen im Himmel durch den Heiland von der Gemeinschaft ausgeschlossen worden ist. Wer sollte sich nun nicht wundern, wenn er sieht, daß sie mit Unrecht zanken, sie, die der Herr gerichtet hat, und wenn er wahrnimmt, daß sie, die Häresie zu rechtfertigen suchen, von der der Herr bewiesen hat, daß sie von der Gemeinschaft ausgeschlossen sei, da er ihrem Haupte nicht gestattete, in die Kirche einzutreten, und daß sie vor den Worten der Schrift keine Scheu haben, sondern Unmögliches unternehmen ? „Denn wer wird zunichte machen, was der heilige Gott beschlossen hat?"1 Und wer vermag den zu rechtfertigen, den Gott gerichtet hat? Sie mögen nun, da sie ihre eigenen Hirngespinnste zu rechtfertigen suchen, schreiben, was ihnen beliebt. Euch aber, ihr Brüder, da ihr die Gefäße des Herrn traget und die Lehren der Kirche aufrecht haltet, ermahne ich, prüfet die Sache, und schreiben sie andere Ausdrücke als die bereits erwähnten des Arius, so verurtheilt sie aus diesem Grunde als Heuchler, die das Gift ihrer Gesinnung verbergen und wie die Schlange mit den Worten, die von ihren Lippen kommen, schmeicheln. Denn obschon sie Dieß schreiben, haben sie doch die in ihrer Gesellschaft, die damals mit Arius ausgestoßen worden sind, den Secundus aus der Pentapolis und die einst in Alerandria überwiesenen Kleriker, und an Diese schreiben sie Alexandria. Und was besonders auffallend ist, gegen uns und unsere Anhänger erregten sie eine Verfolgung, obschon der gottesfürchtige Kaiser Constantin uns in Frieden zur Heimath und Kirche entsendete und für die Eintracht des Volkes Sorge trug. An Diese haben sie jetzt die Kirchen ausliefern lassen und haben Allen bewiesen, daß wegen Dieser die ganze Verfolgung gegen uns und die Übrigen von Anfang an unternommen wurde.

1: Js. 14. 27.

 

 

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Einleitende Notizen: Athanasius Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger