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Athanasius (295-373) - Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens (Epistula ad episcopos Aegypti et Libyae)

18.

Aber es gebricht uns nicht an Kraft, sagen sie, und wir können mit unsern Ränken uns um die Häresie [S. 35] annehmen. Besser aber dürfte ihre Abwehr sein, wenn sie nicht durch irgend einen Kunstgriff noch durch heidnische Trugschlüsse, sondern durch den einfältigen Glauben dieselbe schützen können. Wenn sie also die zuversichtliche Überzeugung haben, daß dieselbe kirchlich sei, so mögen sie ihre Ansicht offen aussprechen. Denn Niemand, der ein Licht anzündet, stellt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, und es leuchtet Allen, die eintreten.1 Wenn sie also zur Abwehr fähig sind, so sollen sie schreiben, was wir bisher angeführt haben, und sollen Allen wie ein Licht ihre Häresie in nacktem Zustande zeigen und auch offen gegen den seligen Bischof Alexander Klage erheben, daß er den Arius, der Dieß behauptete, ungerechter Weise ausschloß, und sie sollen gegen die Synode in Nicäa Beschwerde erheben, die statt der Gottlosigkeit den gottesfürchtigen Glauben schriftlich überliefert hat. Aber sie werden es, dessen bin ich gewiß, nicht thun. Denn sie sind nicht so unbekannt mit dem Unheil, das sie ausgebrütet haben und eifrig zu verbreiten suchen, sondern sie wissen gar wohl, daß, mögen sie auch im Anfang die Einfältigen durch eitlen Trug überlisten, doch ihre Einsicht wie das Licht der Gottlosen plötzlich erlischt und sie überall als Feinde der Wahrheit gebrandmarkt werden. Deßhalb haben sie also, während sie Alles in thörichter Weise thun und wie Thoren reden, hierin allein als Kinder dieser Welt klug gehandelt.2 daß sie ihr Licht unter dem Scheffel verbergen, damit man glaube, es leuchte, und damit nicht, wenn es sich zeigt, dasselbe verurtheilt werde und erlösche. Denn sogar Arius selbst, das Haupt der Häresie, der Genosse des Eusebius. verbarg damals, als er in Folge der Bemühungen der Eusebianer von Kaiser Constantin seligen Andenkens zurückgerufen worden war und aufgefordert wurde, seinen Glauben schriftlich darzulegen, in seiner schriftlichen Darlegung hinterlistiger Weise die seiner Gottlosigkeit eigenen Ausdrücke und brachte [S. 36] dafür gerade so wie der Teufel die einfachen Worte der Schrift vor, wie sie geschrieben stehen. Als hierauf Constantin seligen Andenkens sagte: „Wenn du nichts Anderes als Dieß in deinem Herzen denkst, so rufe die Wahrheit als Zeugen an, denn der Herr wird dich strafen, wenn du falsch schwörest;" da schwur der Unglückselige, daß er weder etwas Anderes denke noch jemals Etwas ausser dem, was er jetzt geschrieben habe, gesagt oder gedacht habe. Aber kaum war er fortgegangen, als er, wie von der Strafe ereilt, niederstürzte und, als er hingesunken war, in der Mitte, zerplatzte.3

1: Matth. 5,15.
2: Lik. 16,8.
3: Apostelg. 1, 18.

 

 

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Einleitende Notizen: Athanasius Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger