Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens (Epistula ad episcopos Aegypti et Libyae)

13.

Weil Arius Dieß und Ähnliches sagte, wurde er als Häretiker erklärt. Und indem ich Dieß bloß schrieb, suchte ich mich rein zu erhalten, indem ich meine Gedanken auf das Gegentheil richtete und an der gottesfürchtigen Gesinnung festhielt. Denn auch alle Bischöfe, die auf der Synode zu Nicäa von allen Seiten sich versammelt hatten, verhielten sich bei diesen Worten die Ohren. Einstimmig verurtheilten und verwarfen sie auch deßhalb insgesammt diese Häresie und erklärten, daß dieselbe dem kirchlichen Glauben ferne stehe und fremd sei. Und nicht trieb die Richter hiezu [S. 28] äussere Gewalt, sondern sie traten alle mit freiem Entschluß für die Wahrheit ein. und sie haben es mit vollem Recht gethan. Denn dadurch wird der Gottlosigkeit Eingang verschafft oder vielmehr dem mit der Schrift in Widerspruch stehenden Judaismus, dem sich enge das Heidenthum anschließt, so daß der, welcher so denkt, auch nicht mehr Christ genannt werden soll. Denn Das alles steht mit der Schrift in Widerspruch. So sagt ja Johannes: „Im Anfang war das Wort." Diese aber sagen: „Er war nicht, bevor er gezeugt wurde." Und der Nämliche schreibt wieder: „Und wir sind im wahren, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahre Gott und das ewige Leben." 1 Sie aber behaupten, indem sie das bestreiten, daß Christus nicht wahrer Gott sei, sondern auch er wie Alles der Theilnahme nach Gott genannt werde. Der Apostel beschuldigt die Heiden, daß sie Geschöpfe verehren, mit den Worten: „Sie beteten die Schöpfung an statt den erschaffenden Gott." 2 Wenn sie aber behaupten, daß der Herr ein Geschöpf sei, und ihn als ein Geschöpf anbeten, worin unterscheiden sie sich denn von den Heiden? Denn wie ist, wenn sie so denken, die Stelle nicht auch gegen sie geschrieben und spricht der selige Paulus nicht auch gegen sie einen Tadel aus? Der Herr sagt: „Ich und der Vater sind Eins"3 und: „Wer mich gesehen hat. hat den Vater gesehen." 4 Und der Apostel, der von ihm als Prediger ausgesendet wurde, schreibt: „Der als Abglanz seiner Herrlichkeit und als Gestalt feines Wesens." 5 Sie aber wagen zu theilen und zu behaupten, daß er der Substanz und Ewigkeit des Vaters fremd sei, und ihn als veränderlich hinzustellen, die Gottlosen, die nicht einsehen, daß sie mit solchen Behauptungen ihn nicht mehr Eins mit dem Vater, sondern mit den Geschöpfen machen. Denn wer sieht nicht, daß der Abglanz vom Lichte unzertrennbar ist und zugleich mit diesem als sein Eigenthum von Natur be- [S. 29] steht und nicht später hinzugekommen ist? Während dann der Vater sagt: „Dieser ist mein geliebter Sohn."6 und während die Schrift sagt, daß dieser das Wort des Vaters sei, in dem auch die Himmel befestigt wurden,7 und geradezu: „Alles ist durch dasselbe entstanden.""8 so bringen Diese neue Lehren und Dichtungen auf und fügen ein zweites Wort hinzu, als ob es eine andere Weisheit des Vaters gäbe, dieses aber der Vorstellung nach wegen der vernünftigen Wesen Wort (Vernunft) und Weisheit genannt werde, indem sie die daraus folgende Ungereimtheit nicht sehen.

1: 1. Joh. 5,20
2: Röm. 1, 25
3: Joh. 10, 30
4: Joh. 14, 9
5: Hebr. 1, 3
6: Matth. 17. 5.
7: Psalm 32, 6.
8: Joh. 1. 3.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Notizen: Athanasius Rundschreiben an die Bischöfe Ägyptens und Libyens
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. . 21.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger