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Fulgentius von Ruspe (467-533) - Ausgewählte Predigten

5. Von der Gottes- und Nächstenliebe

1.

Je mehr ich eurer Heiligkeit die geschuldete Predigt über die Liebe zu halten wünsche, desto klarer sehe ich, wie ich ein Schuldner der Liebe werde; und ich weiß nicht, mit welchen Worten ich das Lob der Liebe verkünden soll, in der wir, solange wir in dieser Welt leben, durch gegenseitige Liebe so wachsen, wie wir durch Erweisen sie immerfort schulden müssen. Wenn nämlich der heilige Paulus uns von allen Verpflichtungen freizusprechen befiehlt, wollte er uns nur durch die eine Pflicht der gegenseitigen Liebe stets gebunden wissen, da er sagt: „Bleibet keinem etwas schuldig, außer die gegenseitige Liebe!“1 Dies ist der Inbegriff der apostolischen Lehre. Dies sind die Ratschläge väterlicher Liebe, daß wir keinem etwas schulden sollen als die gegenseitige Liebe. Wenn wir also die Aufforderung vernehmen, keinem etwas schuldig zu bleiben, so wollen wir bei diesem Wort nicht stehen bleiben, sondern hören und tun, was folgt, nämlich uns gegenseitig lieben. So werden wir die heilige Liebe finden, die wir durch stetiges Schulden erweisen und durch Erweisen zu unserem Heil schulden sollen. Eine hohe Sache, geliebteste Brüder, ist die Liebe, die wir nach der Lehre des Apostels stets so erweisen, daß wir sie nichtsdestoweniger ohne Unterlaß schuldig bleiben müssen. 0 vorzügliche, heilige Pflicht der Liebe, Pflicht voll himmlischer Vorteile, Pflicht voll ewiger Reichtümer!

1: Röm. 13, 8.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger