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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XII-XX: Neun Predigten über das Fasten im Dezember.
Sermo XX. 9. Predigt über das Fasten im Dezember.

2.

Da wir also Geliebteste, auf solche Weise klar und deutlich belehrt worden sind, so nehmen wir auch das Dezemberfasten unter die Kirchengebote auf, das wir euch, andächtige Zuhörer, dem Herkommen gemäß hiermit ankündigen. Eine wohlberechtigte Forderung der Frömmigkeit und Billigkeit ist es, daß man nach Einerntung der irdischen Früchte Gott dafür dankt und ihm zugleich mit dem Opfer der Enthaltsamkeit auch ein Opfer der Nächstenliebe darbringt. Ein jeder möge sich über seine reichen Vorräte freuen und über seine wohlgefüllten Scheunen frohlocken, jedoch in der Weise, daß auch von den Armen diese Freude über seinen Überfluß geteilt wird. Darum nehme sich die Fruchtbarkeit der Seele die Ergiebigkeit der Saaten und den reichen Ertrag der Weinberge und Obstbäume zum Vorbild! Was die Erde uns gab, davon gebe auch unser Herz, damit wir mit dem Propheten ausrufen können: "Unsere Erde brachte ihre Frucht!"1 . Denn Gott, der wahre und höchste Saemann, läßt nicht nur die irdischen, sondern auch die geistigen Früchte gedeihen und versteht es, die Aussaat und die Gehege beider durch seine Pflege zu fördern. Er senkt in die Felder fruchtbringenden Keim und in die Herzen fruchtbringende Tugenden. Wie beides auf die gleiche göttliche Fürsorge zurückgeht, so muß auch beides in uns die gleichen Werke zeitigen. Durch nichts entspricht der nach Gottes Ebenbild geschaffene Mensch mehr dieser Ehrung seiner Natur, als wenn er der Güte seines Schöpfers nacheifert, der zwar ein barmherziger Wohltäter , aber auch auf gerechten Forderungen beharrender Gläubiger ist, indem er verlangt, daß auch wir an seinem Wirken teilnehmen. Freilich können wir nicht2 etwas erschaffen , aber wir können doch mit den uns durch Gottes Gnade verliehenen Gaben wirtschaften Die Güter dieser Welt wurden uns nicht zur ausschließlichen Befriedigung und Sättigung der Wünsche unseres Leibes zuteil; denn sonst würden wir uns in keiner Weise vom Vieh oder den wilden Tieren unterscheiden, die nichts davon wissen, auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen, sondern nur für sich und ihre Jungen sorgen.

1: Ps 66,7
2: wie er

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger