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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XII-XX: Neun Predigten über das Fasten im Dezember.
Sermo XIX. 8. Predigt über das Fasten im Dezember.

3.

Sie sei sich bewußt, daß man in erster Linie Gott, in zweiter Linie dem Nächsten Liebe schuldet, daß sie es sich in all ihren Wünschen zur Richtschnur nehmen muß, weder von der Verehrung des Herrn, noch von der Unterstützung dessen zu lassen, der ein Knecht wie sie selber ist! Worin anders aber besteht die Ehrerbietung gegen Gott als darin, daß auch uns gefällt, woran e r ein Wohlgefallen hat? Worin anders, als daß unser Wille nie mit seinem Gebote im Widerspruch steht? Wenn wir verlangen, was e r verlangt, so wird unsere schwache Natur von dem Kraft empfangen, von dem wir auch das Wollen haben. "Gott ist es", so sagt der Apostel. "der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen"1 . Wenn also der Mensch die ihm von Gott verliehenen Gaben zur Ehre ihres Gebers verwendet und allen Wünschen Einhalt tut, die ihm, wie er weiß, nur schaden können, so läßt er sich weder vom Stolz aufblasen, noch vom Unglück niederschmettern. Er hält sich fern von Mißgunst und Neid, von Üppigkeit und böser Lust, von blindem Zorn und wilder Rachgier. Auf diese Weise heiligt und reinigt er sich durch ein richtiges Fasten und kommt so zum Genusse unvergänglicher Freuden. Er versteht es irdische Schätze durch geistigen Gebrauch in himmlisches Gut zu verwandeln, indem er nicht für sich aufspeichert, was er empfangen hat, sondern seinen Besitz von Tag zu Tag mehrt durch das, was er andern gegeben hat. Daher mahnen wir euch in väterlicher Liebe: Laßt euch das Dezemberfasten durch reichliches Almosen zum Segen werden aus Freude darüber, daß der Herr durch euere Hand seinen Armen Speise und Kleidung reicht! Auch diesen hätte er ja die Mittel geben können, die er euch verliehen hat. Allein in seiner unbeschreiblichen Güte wollte er die Armen rechtfertigen, weil sie ihre Not geduldig tragen, und euch, weil ihr die Werke der Barmherzigkeit übt. So wollen wir denn am Mittwoch und Freitag fasten, am Samstag aber beim hochseligen Apostel Petrus die Vigilien feiern. der unser Gebet, unsere Kasteiung und unser Almosen huldreich unterstützen wird. Das gewähre uns unser Herr Jesus Christus, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und waltet in Ewigkeit! Amen.

1: Phil 2,13

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger