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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XII-XX: Neun Predigten über das Fasten im Dezember.
Sermo XVIII. 7. Predigt über das Fasten im Dezember.

3.

Außer jenem Ausspruche des Apostels, der die Menschen, deren Frömmigkeit keine Früchte zeitigt, mit leeren Bäumen vergleicht1 , muß uns auch als Beweis, wie Unfruchtbarkeit bestraft wird jener Feigenbaum zur Warnung dienen, den der Herr nach dem Berichte des Evangeliums auf ewig dazu verdammte, unfruchtbar zu sein, weil er nichts hatte, was er in seinem Hunger hätte nehmen können2 . Daraus sollen wir ersehen, daß jeder, der einen Hungrigen unerquickt läßt, dem die Speise versagt, der erklärt hat, daß man ihm geschenkt hat, was man den Armen gab3 . Solch fluchbeladene Bäume werden alle die sein, zu denen der Richter dereinst sagen wird: "Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das mein Vater dem Teufel und seinen Engeln bereitet hat! Denn ich war hungrig und ihr habt mich nicht gespeist, ich war durstig und ihr habt mich nicht getränkt usw.4 . Diese Werke werden deshalb der Reihe nach aufgeführt, damit wir erkennen, daß der nicht von der Barmherzigkeit ausgeschlossen sein wird, der auch nur einen T e i l davon vollbringt. Die Seele dessen aber, der niemand beispringt, wird ein Baum ohne Früchte sein, wenn sie ohne alle Liebe befunden wird. Das Dezemberfasten, das in die Winterszeit fällt, ladet uns nun dazu ein, den Boden unseres Herzens in mystischer Weise zu bestellen, um die Kräfte unserer Felder, Weinberge und Bäume, die uns schwache Menschen nähren, für geistige Zwecke nutzbringend zu machen durch Almosen und andere Werke der Barmherzigkeit. Es soll sich so der Acker des Herrn durch sich selbst bereichern! Es soll so dieses Feld, das nie ohne Früchte bleiben darf, aus sich selbst heraus noch ergiebiger werden! Ihr erkennt, fromme Zuhörer, daß dies für die Vervollkommnung aller Gläubigen gilt. Den Keim dazu legen sie durch ihren Glauben, das Gedeihen fördern sie durch ihre Hoffnung und die Reife erlangen sie durch ihre werktätige Liebe; denn Kasteiung des Fleisches und inständiges Gebet führen erst dann zu wahrer Reinheit, wenn sie sich auf die heiligende Kraft der Almosen stützen. In diesem Sinne sagt der Herr: "Gebet Almosen, und sehet, alles ist euch rein!"5 . So laßt uns denn am Mittwoch und Freitag fasten, am Samstag aber beim hochseligen Apostel Petrus die Vigilien feiern, wozu uns d e r seinen gnädigen Beistand leihen möge, der mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebt und waltet in Ewigkeit! Amen.

1: vgl.2Petr 1,8
2: vgl.Mt 21,19; Mk 11,13f.
3: Mt 25,40
4: Mt 25,41
5: Lk 11,41

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger