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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XII-XX: Neun Predigten über das Fasten im Dezember.
Sermo XVIII. 7. Predigt über das Fasten im Dezember.

2.

Um diese und alle anderen Anschläge zu vereiteln, hat die Schar der christlichen Kämpfer wirksame Verteidigungsmittel und eine sieggewohnte Wehr; denn wie der Geist der Wahrheit seine Streiter unterrichtet, bezwingt man den Zorn durch Sanftmut, den Geiz durch Freigebigkeit und den Neid durch Wohlwollen. Unter der Hand des Allerhöchsten wurde das Herz vieler umgestaltet, und wieder neu, was alt geworden war, und Sklaven des Unrechts wurden zu Dienern der Gerechtigkeit. An Stelle der Genußsucht trat Enthaltsamkeit, an Stelle des Stolzes Bescheidenheit. Wer sich durch ein ausschweifendes Leben befleckt hatte, der zeigte sich jetzt im strahlenden Gewande der Keuschheit. Unter die Mittel, eine solche Umwandlung herbeizuführen, wurde durch die Vorsehung der göttlichen Gnade auch das heilige Fasten aufgenommen, zu dessen frommer und allgemeiner Beobachtung an gewissen Tagen die ganze Kirche verpflichtet sein soll. Wie schön und löblich es auch sein mag, wenn einzelne Glieder des Leibes Christi sich durch besondere Leistungen hervortun, so ist es doch ein Beweis einer noch herrlicheren Betätigung und einer noch heiligeren Tugendhaftigkeit, wenn ein ganzes Volk ein und dasselbe Ziel verfolgt, so daß der Satan, für den unsere Vervollkommnung eine Pein ist, nicht nur von einem Teile der Gläubigen, sondern von allen überwunden wird. Zu solchem Werke, Geliebteste, bietet uns jetzt der Dezember Gelegenheit. Nach der Beschaffenheit der Jahreszeit, in die er fällt, mahnt er uns sozusagen, es möge niemand in der Kälte des Unglaubens erstarren. Ein jeder soll sich vielmehr durch den Geist christlicher Liebe erwärmen lassen! Auch aus den Naturvorgängen in der Welt lernen wir also wie aus einem aufgeschlagenen Buche die Absicht des göttlichen Willens kennen. Nie unterläßt es der Himmel, uns zu unterweisen, da wir sogar durch das belehrt werden, was uns dienstbar ist.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger