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Fulgentius von Ruspe (467-533) - Vom Glauben an Petrus (De fide ad Petrum)

19. Kapitel, 16. Regel. Die Opfer Das Opfer des Brotes und Weines

60.

Halte mit felsenfestem, unerschütterlichem Glauben daran fest, daß das menschgewordene, eingeborene Wort Gottes sich für uns als Opfer und Opfergabe Gott zum lieblichen Wohlgeruch dargebracht hat!1 Ihm wurden in der Zeit des Alten Bundes zugleich mit dem Vater und dem Heiligen Geist von den Patriarchen, [S. 173] Propheten und Priestern Tiere geopfert; jetzt, in der Zeit des Neuen Testamentes, bringt die heilige katholische Kirche ihm zugleich mit dem Vater und dem Heiligen Geist, mit denen er dieselbe göttliche Natur besitzt, in Glaube und Liebe unaufhörlich auf dem gesamten Erdkreis das Opfer des Brotes und Weines dar.2 Jene fleischlichen Opfer nämlich waren ein Sinnbild des Fleisches Christi, das er selbst ohne Sünden für uns Sünder darzubringen bestimmt war, und des Blutes, das er zur Verzeihung unserer Sünden vergießen wollte. Dieses Opfer aber ist eine Danksagung und Erinnerung an den Leib Christi, den er für uns darbrachte, und an das Blut, das derselbe Gott für uns vergossen hat. Von ihm sagt der heilige Paulus in der Apostelgeschichte: „Habet acht auf euch und die gesamte Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat als Bischöfe, um die Kirche Gottes zu regieren, die er mit seinem Blute erworben hat!“3 In jenen Opfern wurde symbolisch angezeigt, was uns geschenkt werden sollte; in diesem Opfer aber wird uns klar dargestellt, was uns bereits geschenkt worden ist. In jenen Opfern wurde der Gottessohn für uns vorausverkündet, der für die Sünder getötet werden wollte; in diesem Opfer aber wird er als der für die Sünder Getötete verkündet nach dem Zeugnis des Apostels, daß „Christus, als wir schwach waren, zur rechten Zeit für die Sünder gestorben ist“,4 und daß wir, „als wir Feinde waren, Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt worden sind“.5 [S. 174]

1: Eph. 5, 2.
2: Mit dem Hinweis auf die Darbringung des Opfers an Gott Vater allein wollten die Arianer den Wesensunterschied des Sohnes vom Vater begründen; vgl. Ad Monimum 2, 2 (ML. 65, S. 179): „Dicis a nonnullis te interrogatum de sacrificio corporis et sanguinis Christi, quod plerique soli Patri existimant immolari.“
3: Apg. 20, 28.
4: Röm. 5, 6.
5: Ebd. 5, 10.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung zu Fulgentius
Einleitung: Vom Glauben an Petrus oder Regel des wahren Glaubens

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger