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Fulgentius von Ruspe (467-533) - Vom Glauben an Petrus (De fide ad Petrum)

3. Kapitel (25—44).

25. Die Erschaffung und das Aufhören der Geschöpfe.

In erster Linie halte fest, daß jedes Wesen, mit Ausnahme der dreifaltigen Gottheit, eben von der heiligen Dreifaltigkeit, die allein der wahre und ewige Gott ist, aus dem Nichts erschaffen wurde. So sind alle Wesen im Himmel und auf Erden, die sichtbaren und unsichtbaren, die Throne, Herrschaften, Fürstentümer oder Mächte, das Werk und die Schöpfung der heiligen Dreifaltigkeit, die der eine Gott und Schöpfer aller Dinge und der heilige, allmächtige, gerechte und gute Herr ist, der auf Grund seiner Natur ewige Existenz besitzt und sich niemals ändern kann. Und dieser Gott, der als das höchste Wesen von Ewigkeit und ohne Anfang ist, hat den von ihm erschaffenen Dingen das Dasein verliehen, jedoch nicht ohne Anfang, weil kein Geschöpf dieselbe Natur besitzt wie der eine, wahre und gute dreifaltige Gott, von dem alles erschaffen worden ist. Ferner, weil er die höchste Güte ist, hat er allen Naturen, die er erschaffen hat, die Eigenschaft verliehen, gut zu sein, jedoch nicht gut in dem Maß, wie der Schöpfer aller guten Dinge selbst gut ist, der nicht allein im höchsten Maße gut, sondern auch das höchste und unveränderliche Gut selbst ist, weil er die ewige Güte ist. Er weist keinen Mangel auf, weil er nicht aus dem Nichts erschaffen worden ist; er weist auch keinen Fortschritt auf, weil er keinen Anfang kennt. Deshalb nämlich können die von Gott erschaffenen Wesen an Vollendung zunehmen, weil sie einmal zu sein begonnen haben, und deshalb abnehmen, weil sie aus dem Nichts erschaffen worden sind. Sie nehmen ab durch das Gesetz ihres Ursprungs; zur Vervollkommnung aber verhilft ihnen die Wirksamkeit des Schöpfers. Darin also kann man zunächst die wesenhafte, anfangslose Ewigkeit der Dreifaltigkeit, welche der wahre Gott ist, erkennen, daß sie einige Geschöpfe so erschaffen hat, daß sie trotz [S. 145] des Anfanges ihrer Existenz unmöglich einmal nicht existieren können. Ihre Allmacht aber läßt sich daraus erkennen, daß sie jedes sichtbare und unsichtbare, mit anderen Worten jedes körperliche und geistige Geschöpf, aus dem Nichts gebildet hat, wobei gerade die Verschiedenheit der Dinge noch viel mehr die Güte und Allmacht des Schöpfers preist. Denn wenn er nicht der Allmächtige wäre, hätte er nicht mit derselben Leichtigkeit die höchsten und niedrigsten Dinge erschaffen; und wenn er nicht die vollkommene Güte wäre, hätte er sich nicht der Leitung auch der geringsten Geschöpfe gewidmet.

 

 

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Allgemeine Einleitung zu Fulgentius
Einleitung: Vom Glauben an Petrus oder Regel des wahren Glaubens

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger