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Leo der Grosse († 461) - Sämtliche Sermonen (Sermones)
Sermo XII-XX: Neun Predigten über das Fasten im Dezember.

Sermo XVI. 5. Predigt über das Fasten im Dezember.

1.

Geliebteste! Unter der Wirkung der erhabenen göttlichen Gnade wendet sich tagtäglich alles Sehnen der christlichen Herzen von der Welt dem Himmel zu. Ebenso genießt auch das irdische Leben des Menschen den Beistand seines Schöpfers und findet es an seiner Fürsorge eine Stütze. Spendet doch der auch zeitliche Güter, der ewige verheißt. Wie wir also in Erwartung der künftigen Glückseligkeit, der wir durch den Glauben entgegengehen, Gott zu Dank verpflichtet sind, weil er uns zum Genusse eines so herrlichen uns bereiteten Reiches emporführt, so müssen wir auch für den irdischen Segen, der uns im Verlaufe der einzelnen Jahre zuteil wird, Gott ehren und preisen. Hat er doch von Anfang an der Erde in der Weise Fruchtbarkeit verliehen, in der Weise in jedem Keime und in jedem Samenkorn die Gesetze der Fruchtbarkeit geregelt, daß er nie von seinen Einrichtungen abwich. Des Schöpfers gütiges Walten soll vielmehr in allem Erschaffenen fortdauern. All die Früchte also, die Felder, Weinberge und Ölbäume zum Nutzen der Menschen hervorbrachten, ließ insgesamt er gemäß seiner göttlichen Liebe gedeihen. Diese war es, die den Naturkräften verschiedene Eigenschaften verlieh und voll Güte die unsicheren Bemühungen des Menschen beim Bestellen der Erde unterstützte, so daß sich Wind und Regen, Kälte und Wärme, Tag und Nacht in den Dienst unseres Vorteils stellten. Würde ja menschlicher Scharfsinn nicht ausreichen, einen Erfolg seiner Arbeit zu sehen, wenn nicht Gott zu unserem tagtäglichen Pflanzen und Begießen das Gedeihen gäbe. Deshalb besteht die vollkommene christliche Liebe und Gerechtigkeit darin, daß auch wir von dem Besitze, den uns der himmlische Vater in seiner Barmherzigkeit verliehen hat, anderen mitteilen. Gibt es doch gar viele, die kein Feld, keinen Weinberg, keine Ölbäume ihr eigen nennen, deren Not man also von dem Überflusse, den der Herr uns gab, abhelfen muß. Auch sie sollen mit uns Gott für die Fruchtbarkeit der Erde preisen und sich freuen, daß die Besitzenden etwas haben, wovon auch die Armen und Fremden ihren Teil bekommen können! Glücklich ist jene Scheune und des reichsten Erntesegens wert, aus welcher der Hunger der Bedürftigen und Schwachen gestillt, die Not eines Fremden gelindert und das sehnliche Verlangen eines Kranken befriedigt wird! Ließ doch deshalb die Gerechtigkeit Gottes diese unter allerlei Bedrängnissen leiden, damit er auf der einen Seite den des Mitleids Bedürftigen für ihre Geduld, auf der anderen den Mitleid Fühlenden für ihre Barmherzigkeit die Krone reichen könnte.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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