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Fulgentius von Ruspe (467-533) - Vom Glauben an Petrus (De fide ad Petrum)

2. Kapitel (7—24). Die Menschheit Christi.

7. [S. 131]

Wie wir also gemäß jener göttlichen Wesenheit, durch die der Vater und der Sohn und der Heilige Geist eine Einheit sind, daran glauben, daß weder der Vater gezeugt ist, noch der Heilige Geist, sondern allein der Sohn, so glaubt und verkündigt auch der katholische Glaube, daß nur der Sohn im Fleisch geboren ist. Denn in jener Dreifaltigkeit wäre es nicht eine Eigentümlichkeit des Vaters allein, daß er nicht selbst gezeugt ist, sondern den einen Sohn gezeugt hat, noch wäre es eine Eigentümlichkeit des Sohnes allein, daß er nicht gezeugt hat, sondern allein aus dem Wesen des Vaters gezeugt ist, noch eine Eigentümlichkeit des Heiligen Geistes, daß er weder gezeugt ist noch gezeugt hat, sondern allein vom Vater und dem Sohne ausgeht, wenn Gott Vater auf Grund der göttlichen Natur von keinem Gott gezeugt, dem Fleische nach aber von der Jungfrau geboren wäre. Wenn nämlich der Vater geboren wäre von der Jungfrau, wären Vater und Sohn eine Person; aber diese eine Person würde, weil sie nicht aus Gott, sondern nur von der Jungfrau geboren wäre, nicht Gottessohn, sondern in Wahrheit nur Menschensohn genannt, und der Gottessohn selbst würde nicht sagen: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn dahin gab;“1 und ferner: „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt geschickt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde“.2 Und der heilige Johannes hätte nicht gesagt: „Wer den Vater liebt, liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist;“ 3 und der Sohn selbst hätte nicht gesprochen: „Mein Vater wirkt bis jetzt, und so wirke auch ich.“4 Denn wenn er, der Sohn heißt, auch Vater wäre, trüge er nicht in Wahrheit den Namen Gottessohn, weil er nicht von Gott, sondern nur von der Jungfrau geboren wäre. Schließlich hätte nicht [S. 132] der Vater selbst vom Himmel her Zeugnis gegeben und ihn mit sinnlich wahrnehmbarer Stimme als seinen Sohn bezeichnet, indem er sprach: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe;“5 noch hätte der Apostel Paulus von Gott Vater gesagt: „Der seinen eigenen Sohn nicht geschont, sondern für uns alle überliefert hat.“6

1: Joh. 3, 16.
2: Ebd. 17.
3: 1 Joh. 5, 1.
4: Joh. 5, 17.
5: Matth. 3, 1.
6: Rom. 8, 32.

 

 

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Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Einleitung zu Fulgentius
Einleitung: Vom Glauben an Petrus oder Regel des wahren Glaubens

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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