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Fulgentius von Ruspe (467-533) - Vom Glauben an Petrus (De fide ad Petrum)
Vorwort

2.

Zu einer genügend ausführlichen Abhandlung über den Glauben fehlt jedoch die erforderliche Zeit, da du von uns eine baldige Antwort haben willst; auch ist die [S. 126] Aufgabe dieser Darstellung so bedeutend, daß sie kaum von großen Männern erfüllt werden kann. Denn bei deinem Verlangen nach einer Unterweisung über den Glauben hast du nicht irgendeine Irrlehre bezeichnet, gegen die sich die Tendenz unserer Darlegung in besonderer Weise richten sollte. Wenn du aber ohne nähere Bestimmung um eine, und zwar in Kürze abgefaßte Begriffsbestimmung des Glaubens bittest, siehst du ohne Zweifel ein, wie es uns unmöglich ist, einen so wichtigen Gegenstand in kurzer Fassung vollkommen zu behandeln, dem wir nicht gewachsen wären, wenn wir auch so viel Zeit und einen so großen Geist hätten, daß wir über die von dir gestellte Bitte viele Bände abzufassen vermöchten. Da jedoch „Gott allen nahe ist, die ihn in Wahrheit anrufen",1 er, der „sein Wort erfüllt und schnell zur Ausführung bringt auf Erden“,2 hege ich die Hoffnung, daß er, so wie er dir die heilige Sorge um diesen Glauben verliehen hat, auch mir hinreichende Fähigkeit schenken wird, deinem guten und lobenswerten Wunsch zu willfahren, so daß ich, wenn ich auch nicht alles sagen kann, woraus jeder Irrtum der Häresie erkannt und, nachdem er erkannt ist, widerlegt oder gemieden werden kann, trotzdem im Namen und mit der Hilfe der heiligen Dreifaltigkeit, die allein der einzige wahre und gute Gott ist, das sage, worin wenigstens zum großen Teil die Grundsätze des katholischen Glaubens ohne Dunkel des Irrtums enthalten sind. Wenn du dies festhältst, wirst du imstande sein, auch jene Lehren, welche ungläubige Menschen den Ohren gläubiger Christen einzuflüstern versuchen, zu erkennen und zu fliehen; denn wenn sie auch scheinbar in diesem Werk nicht durch eine besondere Darlegung widerlegt sind, so geht doch aus den hier aufgestellten allgemeinen und absoluten Grundsätzen hervor, daß sie nicht durch die Regel der göttlichen Wahrheit überliefert, sondern von der Bosheit menschlichen Irrtums erfunden sind. [S. 127]

1: Ps. 144, 18.
2: Röm. 9, 28.

 

 

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Allgemeine Einleitung zu Fulgentius
Einleitung: Vom Glauben an Petrus oder Regel des wahren Glaubens

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger