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Hieronymus († 420) - Briefe
II.b. Aszetische Briefe: Mahnbriefe
147. An den Diakon Sabinianus Mahnung zur Buße

10.

Vielleicht schmeichelst Du Dir damit, daß Du von einem so heiligen Bischofe zum Diakon geweiht wurdest. Schon früher habe ich erklärt, daß die Strafe für den Vater nicht den Sohn, und die für den Sohn nicht den Vater trifft. Die Seele, die gesündigt hat, soll sterben. 1 Auch Samuel hatte Söhne, die von der Furcht Gottes abwichen und der Habsucht und der Bosheit nachgingen. 2 Der Hohepriester Heli war heilig. Aber er hatte Söhne, welche nach dem Wortlaut des hebräischen Textes im Zelte Gottes mit Weibern Unzucht trieben und genau so wie Du die Unverschämtheit hatten, sich den Dienst im Heiligtume anzumaßen. Daher fiel die Stätte der Stiftshütte der Zerstörung anheim, und wegen der Sünden der Priester Gottes verödete das Heiligtum. Freilich hat Heli selbst gegen Gott gefehlt, weil er zu nachsichtig war gegen seine Söhne. 3 Aber daß Dich die Gerechtigkeit Deines Bischofes freisprechen könnte, liegt so fern, daß viel eher zu befürchten ist, er möchte Deinetwegen von seinem Throne stürzen und an der unheilbaren Wunde seines Genickes den Tod finden. 4 Der Levit Oza, zu dessen Obliegenheiten es gehörte, die Bundeslade zu tragen, wurde vom plötzlichen Tode hingerafft, als er sie vor dem Sturze bewahren und festhalten wollte. 5 Was für ein Los mag Dir beschieden sein, der Du die feststehende Bundeslade des Herrn umzustürzen suchtest? Je rechtschaffener der Bischof ist, der Dich geweiht hat, um so größer ist die Verachtung, die Du verdienst, weil Du einen so ehrwürdigen Mann getäuscht hast. Es pflegt der Fall zu sein, daß wir zuletzt erfahren, was in unserem Hause Böses geschieht, und die Fehler der Kinder und Gatten bleiben uns unbekannt, während die ganze Nachbarschaft davon spricht. Dich kannte ganz Italien. Alle nahmen daran [S. 381] Anstoß, daß Du am Altare Christi standest. Du besaßest nicht einmal die Klugheit, Deine Fehler vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Das Feuer der Sinnlichkeit loderte in Dir zu hoch auf; die Genußsucht trieb Dich in Deiner geilen Gier bald hierhin, bald dorthin, so daß es scheinen konnte, Du wolltest Dir wie ein Triumphator die Siegeskrone des Lasters durch Dein Lasterleben sichern.

1: Ezech. 18, 4.
2: 1 Kön. 8, 1 ff.
3: Ebd. 2, 12 ff.; 13.
4: Ebd. 4, 18.
5: 2 Kön. 6, 6 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger