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Hieronymus († 420) - Briefe
II.b. Aszetische Briefe: Mahnbriefe
46. Paula und Eustochium an Marcella

4.

Schon lange merken es selbst die Buchstaben, daß Du uns unterbrechen willst, und das Papier ahnt Deinen Widerspruch. Du dürftest nämlich einwenden: all dies ist früher einmal so gewesen, als der Herr die Tore Sions mehr liebte als die Zelte Jakobs, als seine Grundlage ruhte auf den heiligen Bergen 1 (übrigens könnte [S. 299] man diese Stelle auch im übertragenen Sinne deuten). Nachdem aber der auferstandene Heiland das Wort gesprochen: „Siehe, euer Haus wird verwüstet werden“, 2 und nachdem er unter Tränen den Untergang vorherverkündigte mit den Worten: „Jerusalem, Jerusalem, das du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt worden sind, wie oft wollte ich deine Kinder versammeln wie die Henne ihre Jungen unter ihren Flügeln, aber du hast nicht gewollt. Siehe, euer Haus wird verwüstet werden,“ 3 seitdem ferner der Vorhang des Tempels zerriß, 4 Jerusalem von einem feindlichen Heere eingeschlossen und durch das Blut des Herrn befleckt wurde, da sei von dieser Stadt auch der Schutz der Engel und das Wohlgefallen Christi gewichen. Schließlich berichtet auch Josephus, ein einheimischer jüdischer Schriftsteller, für die Zeit, zu welcher der Herr am Kreuze starb, daß aus dem Allerheiligsten Stimmen himmlischer Kräfte laut wurden, die sprachen: „Laßt uns wegziehen von diesem Orte!“ 5 Aus dem Gesagten und auch aus anderen Tatsachen ergebe sich mit aller Deutlichkeit, daß dort, wo einst ein Übermaß von Gnade war, die Sünde ein noch viel schlimmeres Ausmaß angenommen habe. 6 Nachdem an die Apostel die Weisung erging: „Gehet hinaus und lehret alle Völker“, 7 nachdem die Apostel selbst erklärt haben; „Wir mußten zuerst euch das Evangelium verkünden; da ihr es aber abgelehnt habt, begeben wir uns zu den Heiden“, 8 sei Jerusalem seines heiligen Charakters beraubt und die alte freundschaftliche Verbindung mit Gott von den Aposteln auf die Heidenwelt übertragen worden.

1: Ps. 86, 2. 1.
2: Matth. 23, 38; Luk. 13, 35.
3: Matth. 23, 37 f.; Luk. 13, 34 f.
4: Matth. 27, 51.
5: Flavius Josephus, Bell. Jud. VI 5, 3. Nach des Josephus Bericht spielte sich der Vorgang nicht zur Zeit Jesu, sondern kurz vor der Zerstörung Jerusalems durch Titus ab.
6: Röm. 5, 20.
7: Matth. 28, 19.
8: Apg. 13, 46.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger