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Hieronymus († 420) - Briefe
II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
130. An Demetrias

15.

Was ich weiter zu sagen habe, gilt Dir als Jungfrau, ohne Rücksicht auf äußere Umstände. Es handelt sich um Dein inneres Leben. Außer der festen Ordnung, nach der Du zur dritten, sechsten und neunten Stunde, zur Vesper, zur Mitternacht und am frühen Morgen regelmäßig dem Psalmengesange und dem Gebete obliegst, setze eine bestimmte Zahl von Stunden fest für die Lesung der Hl. Schrift! Diese Beschäftigung soll aber keine Anstrengung für Dich sein, sondern Deiner [S. 266] Erholung und Belehrung dienen. Bist Du damit fertig, hast Du in der Sorge um Dein Seelenheil fleißig die Knie zum Gebete gebeugt, dann sei stets mit einer Wollarbeit beschäftigt. Laß die Spindel in Deiner Hand den Faden drehen und fasse die zerstreuten Fäden im Weberschifflein zum Einschlag zusammen! Was andere gesponnen haben, sollst Du zum Knäuel winden oder zum Weben zurechtlegen. Prüfe das Gewebe! Wo ein Fehler ist, da tadle und bestimme, wie es recht zu machen ist. Inmitten solch vielfältiger und abwechslungsreicher Beschäftigung wirst Du keine Langeweile kennen. Mögen sich die sommerlichen Tage noch so sehr ausdehnen, sie werden Dir so kurz vorkommen, daß noch immer ein Teil der Arbeit zu tun übrig bleibt. Befolgst Du meine Ratschläge, so wirst Du Dich und andere selig machen und eine Lehrmeisterin eines heiligen Lebenswandels werden. Dein Lohn wird darin liegen, daß Du viele anregen wirst, ein keusches Leben zu führen. Die Hl. Schrift sagt: „Des Müßiggängers Seele ist voller böser Begierden.“ 1 Du darfst Dich nicht etwa deshalb der Arbeit entziehen, weil Du durch Gottes Gnade keinerlei Mangel leidest. Vielmehr mußt Du genau wie alle anderen arbeiten, um durch die Arbeit alle Gedanken abzulenken, die sich nicht auf den Dienst Gottes beziehen. Ich will mich verständlicher ausdrücken. Solltest Du auch Deine ganzen Einkünfte unter die Armen verteilen, so ist in Christi Augen doch nichts wertvoller, als was Deine eigenen Hände geschaffen haben, sei es nun zu Deinem eigenen Gebrauche, sei es, um so den anderen Jungfrauen ein Beispiel zu geben, sei es endlich, um mit Deiner Arbeit Großmutter und Mutter zu beschenken, von denen Du als Entgelt reichere Gaben zur Unterstützung der Armen bekommen wirst.

1: Sprichw. 13, 4 (nach LXX).

 

 

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Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger