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Hieronymus († 420) - Briefe
II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
130. An Demetrias

10.

Nächst der vorsichtigen Bewachung Deiner Gedanken mußt Du die Waffe des Fastens ergreifen und mit David singen: „In Fasten habe ich meine Seele [S. 258] gedemütigt. Asche habe ich gegessen wie Brot.“ Und: „Als sie mir beschwerlich wurden, legte ich mir das Bußkleid um.“ 1 Einer Speise wegen wurde Eva aus dem Paradiese vertrieben, 2 Elias aber fährt nach vierzigtägigem Fasten auf feurigem Wagen in den Himmel auf. 3 Moses nährte sich vierzig Tage und vierzig Nächte vom vertraulichen Umgang mit Gott 4 und bestätigte hiermit an sich ganz offenkundig das Wort der Schrift: „Nicht vom Brote allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes hervorgeht.“ 5 Der Erlöser des menschlichen Geschlechtes, der uns in seinen Tugenden und seiner Lebensführung ein Vorbild hinterlassen hat, wurde gleich nach der Taufe vom Geiste hinweggenommen, um gegen den Teufel zu kämpfen. 6 Er besiegte und zermalmte ihn und hinterließ seinen Jüngern die Aufgabe, ihn vollends zu vernichten. Darum sagt der Apostel: „Gott möge alsbald den Satan unter euren Füßen zertreten.“ 7 Trotz des vierzigtägigen Fastens sucht der alte Feind den hungernden Heiland zu überlisten und spricht zu ihm: „Bist du Gottes Sohn, so mache, daß diese Steine Brot werden.“ 8 Nach dem Gesetze kündete am zehnten Tage des siebten Monats der Klang der Posaunen ein Fasten für das Volk Israel an. Es soll damit jener Geist aus seinem Volke ausgetrieben werden, welcher die Sättigung der Enthaltsamkeit überordnet. 9 Das Buch Job schreibt vom Drachen: „Seine Kraft liegt in seinen Lenden, und seine Stärke über dem Nabel seines Bauches.“ 10 Gegen junge Leute beiderlei Geschlechtes bedient sich der Teufel des in ihrem Alter begründeten Feuers, und er entzündet in uns die böse Begierlichkeit, solange unser Lebensrad läuft. Damit bestätigt er den Ausspruch des Propheten Osee: „Alle sind Ehebrecher, und ihre Herzen gleichen einem Glutofen.“ 11 Nur durch Gottes Barmherzigkeit und strenges Fasten kann die Glut in unserem Inneren gedämpft werden. Das sind die feurigen Geschosse des Teufels, die zugleich verwunden und verbrennen, die der König von Babylon den drei Knaben zudachte, als er einen 49 Ellen hohen Ofen anheizen ließ und die mit sieben vervielfältigte sieben, die der Herr zum Heile zu beobachten befohlen hatte, 12 zum Verderben mißbrauchen wollte. Aber ein vierter in Gestalt eines Menschensohnes besänftigte die mächtigen Flammen. Während der Brand im glühenden Ofen wütete, beruhigte er die Flammen, die dem Auge dräuend schienen, aber auf das Empfinden ohne Eindruck blieben. 13 So löscht auch der himmlische Tau und das strenge Fasten den jugendlichen Brand, und der menschliche Leib führt den Wandel eines Engels. Deshalb sagt auch das Gefäß der Auserwählung, daß er vom Herrn kein Gebot über die Jungfräulichkeit erhalten habe, 14 weil es gegen oder richtiger über die Natur geht, der natürlichen Bestimmung nicht zu folgen, Deine eigene Wurzel in Dir zu ertöten und nur die Früchte der Jungfräulichkeit zu pflücken, kein Ehebett zu kennen, jede Berührung mit einem Manne zu verabscheuen und im Fleische ohne Fleisch zu leben.

1: Ps. 34, 13; 101, 10.
2: Gen. 3.
3: 3 Kön. 19, 8; 4 Kön. 2, 11.
4: Exod. 24, 18; 34, 28.
5: Matth. 4, 4.
6: Ebd. 4, 1.
7: Röm. 16, 20.
8: Matth. 4, 2 f.
9: Lev. 23, 27 ff.
10: Job. 40, 11.
11: Osee 7, 4.
12: Exod. 20, 10 f.
13: Dan. 3, 47. 49 f.
14: 1 Kor. 7, 25.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger