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Hieronymus († 420) - Briefe
II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
54. An Furia über die Bewahrung der Witwenschaft

4.

Du hast es ja selbst in Deiner Ehe erfahren, was für Sorgen der Ehestand mit sich bringt. Mit diesem Wachtelfleische bist Du ja bis zum Überdrusse gesättigt worden, 1 und der Galle bitteren Nachgeschmack hat es in Deinem Munde zurückgelassen. Von diesen säureerregenden und schädlichen Speisen hast Du Dich nun entlastet und den geblähten Magen erleichtert. Willst Du von neuem das unternehmen, was Dir schädlich war? Der Hund kehrt zu seinem Gespei zurück, und das Schwein stürzt sich erneut in den schmutzigen Morast. 2 Das vernunftlose Tier und die Vögel geraten kein zweites Mai in die gleichen Fußangeln und Netze. Fürchtest Du etwa, die Furier möchten ohne Stammhalter bleiben, Dein Vater möchte ohne einen kleinen Bengel von Dir sein, der ihm auf der Brust herumrutscht und seinen Nacken beschmutzt? Ei freilich! Hatten denn alle Freuen, die verheiratet waren, Kinder? Und wenn sie Kinder hatten, haben sie dann den Erwartungen der Familie entsprochen? War Ciceros Sohn so beredt wie sein Vater? 3 Hat Eure Cornelia, ein Vorbild der Ehrbarkeit und der Fruchtbarkeit, an ihren Gracchen Freude erlebt? 4 Es ist geradezu lächerlich, mit Sicherheit zu erhoffen, was vielen versagt blieb, oder was sie wieder verloren haben, nachdem sie es besaßen. — Wem sollst Du denn Deinen großen Reichtum hinterlassen? Christo, [S. 153] der nicht sterben kann. Wer wird Dein Erbe sein? Er, der auch Dein Herr ist. Mag der Vater darüber traurig sein, Christus wird sich freuen. Deine Familie wird untröstlich sein, aber die Engel werden Dich beglückwünschen. Mag Dein Vater mit seinem Vermögen tun, was er will. Du gehörst nicht dem an, dem Du geboren, sondern ihm, für den Du wiedergeboren wurdest und der Dich um ein hohes Lösegeld, 5 sein Blut nämlich, zurückgekauft hat.

1: Num. 11, 20 ff.
2: 2 Petr. 2, 22.
3: M. Tullius Cicero, Konsul 30 v. Chr.
4: Cornelia, die Tochter des älteren Scipio Africanus, hatte 12 Kinder und galt wegen ihrer Tugenden als Vorbild einer römischen Frau. Nach dem Tode ihres Gatten lehnte sie eine zweite Ehe, die ihr der König Ptolemäus VII. (Physkon) von Ägypten anbot, ab (vgl. Plutarch, Tib. Gracch. 1). Daher von Hieronymus als „Vorbild der Ehrbarkeit“ bezeichnet. Ihre beiden Söhne, die Volkstribunen Tib. Sempr. Gracchus und C. Sempr. Gracchus, kamen im Zusammenhang mit ihren Kämpfen gegen den Senat auf tragische Weise ums Leben. Sie heißt „Eure Cornelia“, da Furias Verwandte, die hl. Paula, aus dem Geschlechte der Gracchen stammt (vgl. BKV XV 95 Anm. 1).
5: 1 Kor. 6, 20.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger