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Hieronymus († 420) - Briefe
II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
52. An den Priester Nepotian

2.

Doch wenden wir uns den geheimnisvollen Worten der heiligen Bücher zu, damit wir nicht den Anschein [S. 125] erwecken, nur heidnische Literatur anzuführen. Der siebzigjährige David, einst ein kriegserprobter Mann, konnte im fröstelnden Alter nicht mehr warm werden. Es wurde daher aus allen Stämmen Israels die Sunamitin Abisag ausfindig gemacht, welche mit dem Könige schlafen und den greisen Körper erwärmen sollte. 1 Wenn Du bei dieser Schriftstelle nur dem tötenden Buchstaben folgtest, 2 würdest Du da nicht auf eine heitere Dichtung oder auf ein Atellanenstücklein 3 schließen? Vergebens hüllt man den unter der Kälte leidenden Greis in Kleider; denn warm wird er nur durch die Umarmung eines jungen Mädchens. Damals lebten noch Bethsabee, 4 Abigail 5 und seine übrigen Frauen und Nebenfrauen, welche die Bibel erwähnt. 6 Sie alle, denen es an Wärme mangelt, bleiben unberücksichtigt, und nur in den Armen eines einzigen Mädchens kann der Hochbejahrte warm werden. Abraham war viel älter als David, 7 und dennoch hat er sich zu Saras Lebzeiten nach keiner weiteren Gattin umgesehen. Isaak zählte doppelt so viele Jahre wie David, 8 ohne daß es ihn je fror, obwohl Rebekka schon hoch in Jahren stand. Ganz schweigen will ich von den Männern vor der Sintflut, die für ihre greisen, ja eigentlich müßte man sagen morschen Glieder trotz ihrer 900 Jahre 9 keines jungen Madchens bedurften. Und sicher hat auch Moses, der als Führer des israelitischen Volkes 120 Jahre alt wurde, 10 nie an einen Ersatz für Sephora gedacht.

1: 3 Kön. 1, 1 ff.
2: 2 Kor. 3, 6.
3: Die Atellanae fabulae, benannt nach der Stadt Atella in Kampanien, waren groteske Possen mit derbem, nicht selten zottenhaftem Witz (vgl. Liv. VII 2). Sie heißen auch exodia als Nachspiele zur Tragödie, deren unangenehmen Eindruck sie verwischen sollten.
4: 4 Kön. 1, 11.
5: 1 Kön. 25.
6: 2 Kön. 5, 13.
7: Gen. 25, 7. Hagar wurde als Nebenfrau zu Lebzeiten Saras Ismaels Mutter.
8: Gen. 35, 28.
9: Ebd. 5, 5. 8. 11. 14. 20. 27.
10: Deut. 34, 7.

 

 

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Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger