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Hieronymus († 420) - Briefe
II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
52. An den Priester Nepotian

13.

Hasche nicht nach dem Lob der Leute! Du könntest Dir sonst dadurch, daß Du die Anerkennung der Menschen suchst, Gottes Unwillen zuziehen. „Wenn ich Menschen zu gefallen trachte“, spricht der Apostel, „dann wäre ich nicht Christi Diener.“ 1 Er mußte erst aufhören, den Menschen zu gefallen, um ein Diener Christi zu werden. Der wahre Soldat Christi geht seines Weges nach rechts und nach links, 2 einerlei, ob man ihn lobt oder schmäht. Lob macht ihn nicht übermütig, Tadel bricht ihm auch nicht das Herz. Reichtum macht ihn nicht aufgeblasen, Armut nicht unglücklich. Für Freude und Leid ist er gleich unempfänglich. Am Tage quält ihn keine Sonne und in der Nacht kein Mond. 3 Ich möchte Dich nicht an den Straßenecken beten sehen, 4 damit die Volksgunst den geraden Weg Deines Gebetes nicht unterbreche. Ich will nicht, daß Du breite Fransen an Dein Kleid machst, die Gesetzesstreifen zur Schau trägst und Dich mit pharisäischem Ehrgeize umgibst, 5 während Dein Gewissen Dich ganz anders beurteilt. Viel wertvoller ist es, diese Dinge nicht äußerlich, sondern innerlich bei sich zu tragen, Gott zum Gönner zu haben, aber nicht die gaffende Menge. Willst Du erfahren, auf welchen Schmuck der Herr sieht? Pflege die Klugheit, die Gerechtigkeit, die Mäßigung und den Starkmut! 6 In diesen himmlischen Gefilden halte Dich auf! Dieses Viergespann möge Dich gleichsam als Christi Rosselenker in rascher Fahrt ans Ziel tragen! Über diesen Kleinodien steht nichts im Werte, nichts zeichnet Dich mehr aus als die bunte Pracht dieser Edelsteine. Diese vier Tugenden schmücken, umgeben und schützen Dich nach allen Seiten. Sie [S. 145] sind Schmuck und Schutz zugleich; diese Edelsteine werden zum Schilde.

1: Gal. 1, 10.
2: 2 Kor. 6, 8. 7 in Verbindung mit 2 Tim. 2, 3.
3: Ps. 120, 6.
4: Matth. 6, 5.
5: Ebd. 23, 5.
6: Die vier platonischen Grundtugenden

 

 

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Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger