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Hieronymus († 420) - Briefe
II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
22. An Eustochium

37.

Noch ein anderes. Der Apostel ermahnt uns zwar, ohne Unterlaß zu beten, 1 und für die Heiligen soll selbst der Schlaf ein Gebet sein. Trotzdem müssen wir [S. 110] bestimmte Stunden für das Gebet ausscheiden. Dann wird uns falls uns irgendeine Arbeit abhält, die Zeit selbst an die Pflicht des Gebetes mahnen. Als solche Gebetszeiten kennt jeder die dritte, sechste und neunte, die Morgen- und die Abendstunde. 2 Du sollst auch keine Nahrung zu Dir nehmen, ohne vorher zu beten. Ebenso sollst Du nicht vom Tische weggehen, ohne dem Schöpfer Deinen Dank abzustatten. In der Nacht soll man zwei bis dreimal sich erheben und dabei wiederholen, was man aus der Schrift auswendig gelernt hat. Verläßt man seine Wohnung, so soll man sich mit Gebet waffnen. Kehrt man von seinem Ausgang zurück, dann verrichte man ein Gebet, ehe man sich niedersetzt. Denn erst gebührt der Seele ihre Nahrung, und dann kommt die körperliche Ruhe. Vor jeder Handlung, vor jedem Unternehmen mache mit der Hand das Zeichen des Kreuzes!

Rede von niemandem schlecht und gib kein Ärgernis dem Sohne Deiner Mutter! 3 Wer bist Du, daß Du über Deinen Mitknecht zu Gericht sitzen darfst? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er aber wird stehen; denn Gott hat die Macht, ihn stehen zu machen. 4 Hast Du zwei oder drei Tage gefastet, dann glaube nicht, Du seiest schon besser als einer, der nicht fastet. Du fastest, und trotzdem überlassest Du Dich dem Zorn; der andere ißt, hat aber vielleicht dabei ein freundliches Wesen. Mit den Geistesplagen und dem leiblichen Hunger findest Du Dich nur unter Zanken ab; jener ißt mäßig und dankt dabei Gott Deshalb ruft Isaias täglich: „An solchem Fasten habe ich kein Wohlgefallen, spricht der Herr.“ 5 Und an einer anderen Stelle sagt er: „An euren Fasttagen zeigt sich eure schlechte Laune; ihr quält dann alle, die euch unterstellt sind. Bei Streit und Hader fastet ihr, und den Kleinen schlagt ihr mit der Faust nieder. Warum fastet ihr überhaupt?“ 6 Was nützt ein solches Fasten, wenn die [S. 111] Nacht über euren Zorn hereinbricht, 7 oder wenn er gar die ganze Bahn des Mondes überdauert? Achte auf Dich selbst und rühme Dich nicht, wenn ein anderer zu Fall kommt! Suche Deinen Ruhm nur in Deinen guten Werken!

1: 1 Thess. 5, 17.
2: Aus diesen Anfängen entwickelte sich das klösterliche Stundengebet, wie es sich im Brevier erhalten hat.
3: Ps. 49, 20.
4: Röm. 14, 4.
5: Is. 58, 5.
6: Ebd. 58, 3 (nach LXX).
7: Ebd. 4, 26.

 

 

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Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger