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Hieronymus († 420) - Briefe
II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
22. An Eustochium

26.

Darum, meine teure Eustochium, meine Tochter, meine Herrin, meine Genossin, meine Schwester — das eine bist Du dem Alter nach, das andere wegen Deiner Verdienste, das dritte durch den gemeinschaftlichen [S. 93] Glauben und das letzte auf Grund der christlichen Liebe —, beachte die Worte des Propheten Isaias: „Mein Volk, gehe in deine Kammer, schließe die Türe hinter dir zu, verbirg dich für kurze Zeit, bis des Herrn Zorn vorüber ist.“ 1 Laß die törichten Jungfrauen sich draußen herumtreiben. Du aber verweile mit Deinem Bräutigam im Innern des Hauses! 2 Wenn Du die Türe verschließest und nach der Vorschrift des Evangeliums Deinen Vater im Verborgenen anbetest, 3 dann wird er kommen, anklopfen und zu Dir sprechen: „Siehe, ich stehe vor der Türe und klopfe an. Wer mir aufmacht, bei dem werde ich Wohnung nehmen und Gastmahl halten, ich mit ihm und er mit mir.“ 4 Du aber wirst gleich voller Inbrunst erwidern: „Es ist die Stimme meines Bruders, der klopft und spricht: Öffne mir, meine Schwester, meine Freundin, meine Taube, meine Vollkommene.“ 5 Sprich ja nicht zu ihm; „Ich habe mein Kleid abgelegt, wie soll ich es anziehen? Ich habe meine Füße gewaschen, wie soll ich sie beschmutzen?“ 6 Stehe sofort auf und öffne, sonst könnte er, während Du zögerst, weitergehen, und Du wirst nachher jammern und sprechen: „Ich habe meinem Geliebten geöffnet, aber mein Geliebter ist vorübergegangen.“ 7 Warum mußt Du denn die Pforten Deines Herzens Deinem Bräutigam verschließen? Für Christus seien sie offen, dem Teufel aber verschlossen nach dem Schriftwort: „Wenn der Geist eines Gewaltigen über dich kommt, dann schenke ihm kein Gehör.“ 8 Daniel verweilte in seinem Obergemach — denn im unteren konnte er nicht bleiben — und er öffnete in der Richtung nach Jerusalem seine Fenster. 9 Auch Du halte die Fenster offen, aber die Fenster, durch welche das Licht eintritt, durch welche [S. 94] Du den Ausblick hast auf die Stadt Gottes, öffne aber nicht die Fenster, von denen es heißt: „Der Tod hielt seinen Einzug durch eure Fenster.“ 10

1: Is. 26, 20 (nach LXX).
2: Matth. 25, 10.
3: Ebd. 6, 6.
4: Offenb. 3, 20.
5: Hohel. 5, 2.
6: Ebd. 5, 3.
7: Ebd. 5, 6.
8: Ekkle. 10, 4.
9: Dan. 6, 10. „In humili“ = „im unteren“ allegorisch gedacht als Niederung der Sünde.
10: Jer. 9, 21.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger