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Hieronymus († 420) - Briefe
II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
22. An Eustochium

24.

Wende Dein Ohr nicht schlechten Reden zu! 1 Oft wollen solche, die Unziemendes reden, nur Deine Gesinnung prüfen. Sie wollen wissen, ob Du als Jungfrau gern auf ihre Worte hörst, ob Du gern mitlachst, wenn Scherze gemacht werden. Was Du lobst, das loben auch sie; was Du ablehnst, das lehnen auch sie ab. Sie nennen Dich eine lustige Heilige, in der kein Falsch ist. Sie sagen: „Siehe, eine wahre Magd Christi, die sich ganz natürlich gibt. Sie ist nicht wie jene andere da, abstoßend, häßlich, ungebildet und abschreckend, die wohl nur deshalb zu keinem Manne kam.“ Aber das in unserer Natur liegende Übel wird uns zum Verhängnis. Denen, die uns schmeicheln, begegnen wir freundlich. Wenn wir auch erklären, des Lobes nicht würdig zu sein, wenn auch heiße Röte über unsere Wangen sich ergießt, so tut dieses Lob der Seele innerlich doch gut. Die Braut Christi ist eine Bundeslade, von innen und außen vergoldet, eine Wächterin des göttlichen Gesetzes. 2 Wie die Bundeslade nichts enthielt außer den Gesetzestafeln, so sollst auch Du alle weltlichen Gedanken bannen. Über diesem Heiligtum will wie über den Cherubim nur der Herr thronen. 3 Er schickt seine Jünger, damit sie Dich, sitzend auf dem Füllen einer Eselin, 4 freimachen von irdischen Sorgen. Du sollst das Stroh und die Ziegelsteine [S. 90] Ägyptens verlassen und Moses in die Wüste folgen, damit Du eingehen kannst ins Land der Verheißung. Niemand soll Dich daran hindern, keine Mutter, keine Schwester, keine Verwandte, kein Bruder. Der Herr bedarf Deiner. 5 Wenn sie Dich hindern wollen, dann mögen sie an die Plagen Pharaos denken, der das Volk Gottes nicht ziehen lassen wollte, um dem Herrn zu opfern, und dafür schwer heimgesucht wurde, wie in der Schrift zu lesen ist. 6 Als Jesus den Tempel betrat, da warf er alles hinaus, was nichts mit dem Tempel zu tun hatte. 7 Denn Gott ist ein eifernder Gott. 8 Er will nicht, daß man aus dem Hause seines Vaters eine Räuberhöhle macht. 9 Wo man Geld wechselt, Taubenkäfige aufstellt 10 und die Einfalt des Herzens ertötet, wo irdische Sorgen und Geschäfte das Herz einer Jungfrau in Unruhe versetzen, da zerreißt sofort der Vorhang des Tempels. 11 Der Bräutigam erhebt sich voller Zorn und spricht: „Euer Haus soll euch wüste gelassen werden.“ 12 Schau im Evangelium nach, wie Maria, die zu den Füßen des Herrn sitzt, größere Anerkennung findet als Marthas eifriges Bemühen. Martha, darauf bedacht, den Pflichten der Gastfreundschaft voll und ganz gerecht zu werden, war damit beschäftigt, dem Herrn und seinen Jüngern ein Mahl zu bereiten. Der Herr aber sprach zu ihr: „Martha, Martha, du machst dir viele Sorgen und kümmerst dich um viele Dinge. Nur Weniges, ja nur eines ist notwendig. Maria hat den besten Teil erwählt, der ihr nicht genommen wird.“ 13 Sei auch Du eine Maria, kümmere Dich mehr um die Lehre als um die Nahrung! Laß Deine Schwestern hin und her laufen und zusehen, wie sie Christus als Gast aufnehmen. Aber Du hast einmal die Lasten der Welt von Dir geworfen. Deshalb laß Dich zu den Füßen des Herrn nieder und sprich: „Ich habe den gefunden, den meine Seele liebt; [S. 91] ich will ihn festhalten und nicht mehr von mir lassen.“ 14 Er wird Dir dann antworten: „Eine ist meine Taube, meine Vollkommene. Sie ist die einzige ihrer Mutter, die Auserwählte ihrer Erzeugerin“, 15 d.h. des himmlischen Jerusalem. 16

1: Ps. 140, 4.
2: Exod. 25, 11; 37, 1; Deut. 10, 5.
3: Exod. 25, 22.
4: Matth. 21, 2.
5: Matth. 21, 3.
6: Exod. 5 ff.
7: Matth. 21, 12.
8: Exod. 20, 5.
9: Matth. 21, 13.
10: Ebd. 21, 12.
11: Ebd. 27, 51.
12: Ebd. 23, 38.
13: Luk. 10, 41 f.
14: Hohel. 3, 4.
15: Ebd. 6, 8.
16: Hebr. 12, 22.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger