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Hieronymus († 420) - Briefe
II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
22. An Eustochium

11.

Du könntest ja antworten; „Ich bin vornehmer Herkunft, ich habe immer ein Leben des Genusses geführt und in Federbetten geschlafen, ich kann nicht vom Weine und wohlzubereiteten Speisen lassen, nach deinen strengen Vorschriften kann ich nicht leben.“ Darauf hätte ich zu erwidern: „Gut, dann lebe nach Deinem Gesetze, wenn Du Dich nicht nach dem Gesetze Gottes richten kannst. Es ist ja nicht so, als ob Gott, der Schöpfer und Herr des Weltalls, ein besonderes Wohlgefallen an unseren leeren und knurrenden Mägen oder am Brand unserer Lungen hätte. Aber auf anderem Wege läßt sich die Keuschheit nicht sicherstellen.“ Job, der Liebling Gottes, nach dessen Wort ohne Tadel und ohne Fehl, äußert gegen den Teufel folgenden Verdacht: „Seine Kraft ist in seinen Lenden und seine Macht in seinem Nabel.“ 1 Mit diesen aus Gründen der Ehrbarkeit gewählten Namen sind die Schamglieder von Mann und Frau gemeint. So wird ja auch David verheißen, daß er aus seinen Lenden hervorgehen und auf seinem Throne sitzen wird. 2 Oder wir lesen, daß 75 Seelen nach Ägypten zogen, die aus Jakobs Lenden hervorgegangen waren. Als er aber mit dem Herrn rang, da versiegte die Fülle seiner Lenden, und er hörte auf, Kinder zu zeugen. 3 Wer das Pascha feiern wollte, war gehalten, dies mit gegürteten und abgetöteten Lenden zu tun. 4 Zu Job sprach Gott: „Umgürte wie ein Mann deine Lenden!“ 5 Auch Johannes umgürtete sich mit einem Ledergürtel, 6 und die Apostel erhalten Befehl, mit umgürteten Lenden die Leuchten des Evangeliums in ihren Händen zu halten. 7 Anderseits spricht der Herr im [S. 74] Buche Ezechiel zu Jerusalem, das er mit Blut befleckt auf dem Felde der Verwirrung fand: „Es war nicht beschnitten dein Nabel.“ 8 Alle Macht des Teufels gegen die Männer liegt in den Lenden, seine ganze Gewalt über die Frauen liegt im Nabel.

1: Job. 1, 8; 40, 11.
2: Ps. 131, 11; 2 Chron. 6, 16.
3: Gen. 46, 26 f; Exod. 1, 5; Gen. 32, 25.
4: Exod. 12, 11.
5: Job 38, 3.
6: Matth. 3, 4; Mark. 1, 6.
7: Luk. 12, 35.
8: Ezech. 16, 4.

 

 

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Einleitung zu den Briefen des Hieronymus
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger