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Hieronymus († 420) - Briefe
I. Briefe familiären Charakters

47. An Desiderius

[Vorwort]

Der Empfänger dieses Briefes hatte sich unter starker Betonung der wissenschaftlichen Fähigkeiten und Verdienste unseres Kirchenvaters an diesen gewandt, um von ihm einige Handschriften zu erhalten. Hieronymus lehnt das Lob bescheiden ab und erwidert mit einer schmeichelhaften allegorischen Deutung der Namen des [S. 51] Empfängers und seiner Gattin. Auf Veranlassung Paulas, welche Desiderius und Serenilla näher kennen mußte, lädt Hieronymus Desiderius zu einem Besuche nach Bethlehem ein. Aus praktischen Gründen lehnt er vorläufig die Zusendung seiner Schriften ab und ersucht den Bittsteller, bei Marcella oder Domnio das letzte Kapitel des Schriftstellerkataloges einzusehen und ihm zu berichten, was ihm von seinen Schriften fehlt.

Ober die Persönlichkeit des Desiderius sind die Auffassungen geteilt. Ein gallischer, einer Diözese Aquitaniens zugehöriger Presbyter Desiderius steht in engeren Beziehungen zu Hieronymus, der ihm die Pentateuchübersetzung gewidmet hat. 1 Auch im Streite mit Vigilantius spielt er eine Rolle. 2 Im Gegensatz zu Cavallera, der in dem Empfänger der ep. 47 einen römischen Desiderius erblickt, 3 vermutet man wohl mit Recht allgemein unter dem Namen Desiderius ein und dieselbe Person. Dies legt schon der Umstand nahe, daß es sich immer um eine stark wissenschaftlich eingestellte Persönlichkeit handelt. Auch dürfte der „römische“ Desiderius sich nur vorübergehend in der Weltmetropole aufgehalten haben. Muß ihm doch Hieronymus Marcellas Wohnung, die sicher allen bedeutenderen Christen in Rom bekannt war, näher angeben.

Die unfreundliche Bemerkung Gr., daß des Hieronymus Einladung aus Konkurrenzneid nicht gerade herzlich ausgefallen sei, und daß er Desiderius lange die Schwierigkeiten auseinandersetzt, die mit einer Reise nach dem Hl. Land verbunden sind, 4 findet im Texte des Briefes keine Stütze.

Da Hieronymus in diesem Briefe der 392/93 verfaßten und in De vir. ill. noch nicht erwähnten Schrift „Contra Jovinianum“ nicht gedenkt, muß der Brief 392, dem 14. Jahre der Regierung des Kaisers Theodosius, 5 oder spätestens 393 geschrieben sein. [S. 52]

1: Prol. ad Pentat. (M PL XXVIII 177).
2: Contra Vigil. 3. Auch die Apol. adv. Ruf. II 25 erwähnt Desiderius, der auch mit Paulinus von Nola (S. Paulini ep. 43 ad Des.) und mit Sulpicius Severus — dieser widmete ihm die vita S. Martini — wissenschaftliche Beziehungen unterhielt.
3: Cav. I 167 f.; II 210.
4: Gr. II 223.
5: Vgl. ep. 47, 3.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger