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Hieronymus († 420) - Briefe
I. Briefe familiären Charakters
12. An den Mönch Antonius in Haemona

[Brief]

Als unter den Jüngern ein Rangstreit anhub, nahm unser Herr, der Demut Lehrmeister, ein Kind bei der Hand und sprach: „Wer von euch nicht wie ein Kind wird, der kann nicht in das Himmelreich eingehen.“ 1 Damit es aber nicht so aussehe, als lehre er die Demut, ohne sie zu üben, gab er auch das entsprechende Beispiel Er wusch seinen Aposteln die Füße, 2 begrüßte den Verräter mit einem Kusse, 3 unterhielt sich mit der Samariterin, 4 sprach mit Maria, die zu seinen Füßen saß, 5 über das Himmelreich und zeigte sich nach seiner Auferstehung von den Toten zuerst den Frauen. 6 Der Satan aber wurde von dem Range eines Erzengels nur wegen seines der Demut widerstrebenden Stolzes herabgestürzt. 7 Das jüdische Volk, das die ersten Sitze und den Gruß auf dem Markte beanspruchte, 8 ist von einem heidnischen Volke, das vorher wie der Tropfen am Eimer mißachtet wurde, 9 abgelöst und vernichtet worden. Die Fischer Petrus und Jakobus wurden gegen die Sophisten und Weisen dieser Welt gesandt. Deshalb sagt die Schrift: „Den Hochmütigen widersteht Gott, den Demütigen aber verleiht er seine Gnade.“ 10 Du siehst also, mein lieber Bruder, wie schlimm ein Übel sein muß, das Gott zum Gegner hat. Wegen dieses Übels findet der anmaßende Pharisäer des Evangeliums keine Gnade, während der demütige Zöllner erhört wird. 11 In zehn Briefen, wenn ich nicht irre, habe ich Dir meine Hochachtung ausgesprochen und einige Bitten an Dich gerichtet, ohne daß Du Dich herabgelassen hättest auch nur Muh zu sagen. 12 Während der Herr mit den Dienern sprach, 13 willst Du, der Bruder, nicht einmal mit dem Bruder reden. „Wie unverschämt“, wirst Du sagen. Glaube mir, wenn nicht mein Sinn für edle Ausdrucksform mir [S. 34] Zurückhaltung auferlegte, würde ich in meinem Grimme solch schweres Geschütz auffahren, daß Du schließlich Dich zu einer Antwort bequemen müßtest, wäre es auch eine, die aus der Erregung geboren würde. Der Menschen Art ist es, nachzutragen, der Christ aber soll kein Unrecht tun. Darum will ich noch einmal den früheren Weg einschlagen und Dich bitten: „Liebe den, der Dich liebt, und gönne, mein Mitknecht im Herrn, Deinem Mitknecht ein Wort!“

1: Matth. 18, 1 ff.
2: Joh. 13, 14.
3: Matth. 26, 49; Mark. 14, 45; Luk. 22, 48.
4: Joh. 4, 7 ff.
5: Luk. 10, 39.
6: Mark. 16, 9.
7: Is. 14, 12.
8: Matth. 23, 6 f.; Luk. 20, 46.
9: Is. 40, 15.
10: Jak. 4, 6; 1 Petr. 5, 5.
11: Luk. 18, 14.
12: Ennius b. Varro, Lingua lat. 7, 101.
13: Joh. 2, 7.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger