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Hieronymus († 420) - Briefe
I. Briefe familiären Charakters
10. An den greisen Paulus zu Concordia

2.

Doch Du wirst sagen, wozu eine Einleitung, die zurückgeht auf die Urgeschichte der Menschheit, wozu dieses weite Ausholen, so daß man beinahe mit dem Spötter Horaz sagen möchte; „Er beginnt den trojanischen Krieg mit dem Zwillingsei?“ 1 Weil ich Dein hohes Alter und Dein gleich Christo weißes Haupt 2 mit geziemenden Worten preisen möchte. Zum hundertsten Male rollte der Jahre Kreislauf dahin; Gottes Gebote hast Du immer beobachtet, so daß Dein jetziges Leben schon ein Vorgeschmack des ewigen Glückes ist. Das Auge ist noch scharf, die Füße schreiten sicher einher; das Gehör ist fein, die Zähne weiß, die Stimme kräftig. Der Körper ist gesund und voller Lebenskraft. Die roten Wangen strafen die weißen Haare Lügen; Deine Kraft läßt das Alter übersehen, Dein gutes Gedächtnis hat im Gegensatz zum normalen Verlauf trotz der ungewöhnlichen Zahl der Jahre noch keine Einbuße erlitten. Das kalte Blut hat die Schärfe eines jugendfrischen Geistes keineswegs abgestumpft. Weder Furchen auf der Stirne noch Falten im Gesicht lassen die straffen Züge [S. 29] erschlaffen. Keine zitternde Hand führt den Griffel, der Linien nicht achtend, über die Wachstafel Der Herr wollte, daß wir in Deinem Körper ein Abbild unseres einst in voller Frische auferstehenden Leibes schauen. Wir sollen an Dir lernen, daß es Schuld der Sünde ist, wenn andere während ihres Erdenwallens einen siechen Körper mit sich herumschleppen, während die jugendliche Frische, die über Dein vorgerücktes Alter hinwegtäuscht, ein Lohn für Deine Tugend ist. Wenn wir dennoch wahrnehmen, daß auch vielen Sündern eine ähnliche Gesundheit beschieden ist, dann handelt es sich um eine Gabe des Teufels, damit sie mit ihr der Sünde dienen. Bei Dir freilich ist diese Gesundheit ein Geschenk Gottes, Dir verliehen zur Freude.

1: Horaz, Ep. II 3, 147.
2: Offenb. 1, 14.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger