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Hieronymus († 420) - Briefe
I. Briefe familiären Charakters
3. An Rufinus

5.

Welche Ränke mag da nun der Teufel schmieden? Welche Schlingen wird er stellen? Vielleicht wiederholt er die alte List und rät ihm, seinen Hunger zu stillen. Aber er hat bereits zur Antwort erhalten: „Nicht vom Brote allein lebt der Mensch“. 1 Vielleicht verspricht er Reichtum und Ehre. Doch ihm wird gesagt werden; „Die da reich werden wollen, fallen in die Fallstricke der Versuchung.“ 2 „All mein Rühmen ist in Christus.“ 3 Am Ende wird er die vom Fasten ermatteten Glieder mit Krankheit schlagen. Aber Bonosus wird ihn mit des Apostels Wort zurückweisen, der da schreibt: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich um so stärker. Die Kraft wird in der Schwachheit vollendet.“ 4 Der Teufel wird ihn mit Tod schrecken. Doch die Antwort wird lauten: „Ich wünsche aufgelöst und mit Christus zu sein.“ 5 Der Satan wird feurige Pfeile losschnellen, doch wird unser Freund sie mit dem Schilde des Glaubens auffangen. 6 Um kurz zu sein: Der Satan wird angreifen, aber Christus wird sein Schutz sein. Dank sei Dir, Herr Jesus, daß ich am Gerichtstage jemanden habe, der für mich bei Dir eintreten kann. Du, dem der einzelnen Herzen offenkundig sind, der Du die verborgensten Geheimnisse erforschest, der Du den im Bauche des großen Fisches eingeschlossenen Propheten in der Meerestiefe nicht [S. 9] vergaßest, 7 Du weißt, wie er und ich vom zarten Kindesalter an bis zur Blüte der Jünglingsjahre gemeinsam herangewachsen sind, wie wir an der Brust der gleichen Ammen genährt und von den gleichen Wärtern auf den Arm genommen wurden. Du weißt, wie wir nach Beendigung unseres Studiums zu Rom an den halbbarbarischen Ufern des Rheins Tisch und Wohnung teilten, und wie ich als erster den Entschluß zu Deinem Dienste faßte. Ich bitte Dich, o Herr, vergiß nicht, daß dieser Dein Kämpfer einst mit mir zusammen als Rekrut gedient hat. Ich kenne die Drohung Deiner Majestät: „Wer lehrt, aber nicht demgemäß handelt, der wird der geringste im Reiche Gottes genannt werden. Wer aber entsprechend handelt und lehrt, wird groß sein im Himmelreiche. 8 Er mag der Tugend Krone erhalten und zum Lohne für seine tägliche Abtötung, angetan mit dem Ehrenkleide, dem Lamme folgen. 9 Denn es sind viele Wohnungen beim Vater. 10 Und ein Stern unterscheidet sich durch seine Helligkeit vom andern. 11 Mir aber erlaube, daß ich mein Haupt zu den Füßen der Heiligen erheben darf. 12 Was er durchgeführt hat, das erstrebe ich erst, Verzeihe mir, daß ich nicht zur Vollendung gelangte; ihm aber gib den Lohn, auf den er Anspruch hat!

1: Matth. 4, 3 f; Luk. 4, 3 f.
2: 1. Tim. 6, 9.
3: Gal. 6, 14.
4: 2. Kor, 12, 9 f.
5: Phil. 1, 23.
6: Eph. 6, 16.
7: Jon. 2, 11.
8: Matth. 5, 19.
9: Offenb. 14, 4.
10: Joh. 14, 2.
11: 1. Kor. 15, 41.
12: Tertullian, De cultu fem. II 7. (BKV VII 194.)

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger