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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Vierundzwanzigste und letzte Unterredung, welche die des Abtes Abraham ist über die Abtödtung.

23. Antwort und Auslegung des Ausspruches.

Abraham: Daß das Wort unseres Herrn und Erlösers sehr wahr sei, können wir leicht durch das Zeugniß der Erfahrung bewähren, wenn wir den Weg der Vollkommenheit in regelrechter Weise und nach dem Willen Christi betreten und mit Abtödtung all unserer Begierden und Entfernung aller schädlichen Neigungen nicht nur Nichts von dem Wesen dieser Welt in uns zurückbleiben lassen, worin der Feind Macht fände, uns je nach seinem Belieben zu berauben und zu zerreissen, sondern auch einsehen, daß wir nicht Herren über uns selbst seien, um so in Wahrheit jenes Wort des Apostels zu erfüllen: 1 „Ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir.“ Denn was kann Demjenigen schwer, was hart sein, der das Joch Christi mit ganzem Geiste auf sich genommen hat? der in wahrer Demuth gegründet, mit fortwährendem Aufblicke zu Gott sich freut über alle Beleidigungen, die ihm zugefügt werden, indem er spricht: 2 „Deßhalb gefalle ich mir in meinen Schwächen, meinen Leiden und Nöthen um Christi willen: denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ Wie, sage ich, sollte der durch Verlust des Vermögens gequält werden, der in vollkommener Blöße seinen Ruhm sucht, freiwillig für Christus alle Schätze der Welt verachtet und alle ihre Begierden insgesammt für Koth hält, „um Christum [S. 414] zu gewinnen“? 3 der ferner alle Angst um Verluste verachtet und verwirft in Erwägung jener Stelle des Evangeliums: 4 „Was hälfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, aber an seiner Seele Schaden litte? Oder was wird der Mensch zum Ersatz für seine Seele geben?“ Welche Beraubung wird Jenen traurig machen können, der erkennt, daß Alles, was von Andern weggenommen werden kann, nicht sein Eigenthum sei, und der mit unbesiegter Tugend ausruft: 5 „Nichts haben wir in diese Welt hereingebracht, ohne Zweifel werden wir auch Nichts hinausnehmen können“? Durch welches Mangels Bedrängniß wird die Standhaftigkeit Desjenigen überwunden werden, der Nichts davon weiß, eine Tasche auf dem Wege, Geld im Gürtel oder ein Kleid für die Zukunft zu haben, 6 sondern der sich mit dem Apostel rühmt 7 in vielem Fasten, in Hunger und Durst, in Kälte und Blöße? Wo ist die Arbeitsmühe, wo das noch so schwere Gebot des Meisters, wodurch die Herzensruhe Desjenigen gestört werden könnte, der keinen eigenen Willen hat. Allem, was ihm geboten wird, nicht nur geduldig, sondern freudig entgegengeht und nach dem Beispiele des Erlösers in Allem nicht seinen, sondern des Vaters Willen zu thun sucht, indem auch er zu seinem Vater spricht: „Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst“? Wie könnten auch Beleidigungen, wie Verfolgung Den schrecken, ja wie sollte nicht jede Qual ihm angenehm sein, der da bei jedem Schlage mit den Aposteln frohlockt und wünscht, er möge für würdig gehalten werden, um des Namens Jesu willen Schmach zu leiden? 8

1: Gal. 2, 20.
2: II. Kor. 12, 10.
3: Philipp. 3, 8.
4: Matth. 16, 26.
5: I. Tim. 6, 7.
6: Matth. 10, 9. 10.
7: II. Kor. 11, 27.
8: Apostelg. 5, 41.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger