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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Vierundzwanzigste und letzte Unterredung, welche die des Abtes Abraham ist über die Abtödtung.

12. Über den Nutzen der Arbeit und den Nachtheil des Müssigganges.

Obwohl also auch uns die Hilfe der Verwandten nicht fehlen würde, so ziehen wir doch diese Blöße allen Schätzen vor, und wollen uns lieber die tägliche Nahrung des Körpers mit unserm Schweiße verschaffen, als uns auf die bequemen Gaben der Verwandten verlassen. Wir setzen diesen arbeitsvollen Mangel auch jene müßige Betrachtung der Schriften und den unfruchtbaren Eifer in der Lesung, die du so preisest, nach, was wir doch ohne Zweifel sehr gerne üben würden, wenn entweder die Autorität der Apostel durch ihr Beispiel gelehrt, oder die Anordnungen unserer Vorfahren zu unserm Heile bestimmt hätten, daß Dieß das Nützlichere sei. Wisse aber, daß du auch dadurch keinen geringern Schaden als den obengenannten erleidest, daß du als körperlich gesund und stark von fremder Gabe erhalten wirst, die mit Recht nur den Schwachen gehört. [S. 401] Denn jede Menschenklasse, die nicht nach Art jener Mönche ist, welche nach dem Gebote des Apostels von ihrer täglichen Händearbeit leben, erwartet ihre Nahrung von fremder Mühe. Deßbalb steht fest, daß nicht nur Jene, welche sich entweder des Vermögens ihrer Eltern oder der Arbeit ihrer Diener oder der Erträgnisse ihrer Güter rühmen, sondern auch selbst die Könige dieser Welt durch Gaben ihren Unterhalt finden. Kurz die Lehrbestimmung unserer Altväter ist die: Was immer für die Bedürfnisse des täglichen Lebens verwendet wird, ohne durch die Arbeit unserer Hände erzielt und herbeigeschafft worden zu sein, das muß, wie sie entschieden, zu den Gaben gerechnet werden, nach dem Worte des Apostels, der den Unthätigen durchaus alle Hilfe fremder Freigebigkeit abschnitt und sagte: 1 „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ Mit diesen Worten, deren der hl. Antonius gegen Jenen sich bediente, hat er auch uns durch das Beispiel seiner Lehre unterrichtet, daß wir die so gefährlichen Liebesdienste der Verwandten und Aller, welche die zum Lebensunterhalt nöthigen Gaben bringen, überdieß auch all’ den Reiz eines angenehmen Wohnortes vermeiden, dagegen die in ursprünglicher Rauhheit starrenden Sandwüsten und die von der Salzflutüberschwemmung ertödteten Gegenden, welche ebendeßhalb keinem menschlichen Rechts- und Eigenthumsanspruch unterstehen, allen Schätzen dieser Welt vorziehen; daß wir ferner nicht nur den häufigen Verkehr mit Menschen aus Vorliebe für die weglose Wildniß vermeiden, sondern daß uns auch die Beschaffenheit eines fetten Bodens durchaus nicht zu der Zerstreuung irgend einer Bebauung reizen soll, durch welche der Geist von jenem Hauptaugenmerk des Herzens abgezogen und von geistigen Bestrebungen leer würde.

1: II. Thess. 3, 10.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger