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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Zweiundzwanzigste Unterredung, welche die zweite des Abtes Monas ist, über die nächtlichen Bethörungen.

9. Antwort, daß Viele heilig sein können. Niemand aber ohne Sünde als Christus.

Theonas: Wir können nicht läugnen, daß Viele heilig und gerecht seien, aber zwischen einem Heiligen und Fleckenlosen ist ein großer Unterschied. Es ist nämlich etwas Anderes, daß Einer heilig sei, d. i. dem göttlichen Dienste geweiht; denn diese Benennung ist nicht nur den Menschen, sondern auch Orten, Tempelgefäßen und Weihegaben nach dem Zeugnisse der hl. Schrift gemeinsam. Etwas Anderes aber ist es, ohne Sünde sein, was allein und in Sonderheit der Majestät unseres Herrn Jesu Christi zukommt, von welchem es auch der Apostel als etwas Ausgezeich- [S. 339] netes und Eigenthümliches verkündet, da er sagt: 1 „Der keine Sünde gethan hat.“ Denn er hätte ein doch gar zu werthloses und seines Ruhmes unwürdiges Lob ihm als etwas Unvergleichliches und Göttliches beigelegt, wenn auch wir ein von jeder Sünde freies Leben führen könnten. Wieder sagt der Apostel zu den Hebräern: 2 „Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der mit unsern Schwächen nicht mitfühlen könnte, sondern einen, der in Allem versucht wurde, ähnlich wie wir, doch ohne Sünde.“ Wenn also diese unsere irdische Niedrigkeit mit jenem erhabenen und göttlichen Hohenpriester auch Dieß gemeinsam haben kann, daß auch wir ohne jede Sündenschuld versucht werden, warum sieht der Apostel das in ihm als etwas Einziges und Besonderes an und trennt sein Verdienst mit solchem Unterschiede von dem der Menschen? Nur bei solcher Ausnahme ist er von uns allen verschieden, weil fest steht, daß wir nicht ohne Sünde, er aber ohne Sünde versucht wurde. Denn welcher Mensch, er mag noch so tapfer und kampfestüchtig sein, gäbe nicht dennoch den feindlichen Waffen häufig eine Blöße? Wer wäre gleichsam mit einem undurchdringlichen Fleische umgeben und könnte sich in so gefährliche Kämpfe ohne Schaden einlassen. Nur er allein, der da herrlich ist an Gestalt vor den Söhnen der Menschen, ist niemals von einer Berührung der Unreinigkeit befleckt worden, obwohl er das menschliche Todesloos mit aller Gebrechlichkeit des Fleisches auf sich genommen hatte.

1: I. Petr. 2, 22.
2: Hebr. 4, 15.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger