Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum) Zweiundzwanzigste Unterredung, welche die zweite des Abtes Monas ist, über die nächtlichen Bethörungen.
4. Frage, ob es erlaubt sei, zur hl. Kommunion zu gehen, wenn man durch eine nächtliche Vorspiegelung befleckt sei. Germanus: Wir glauben, daß durch Gottes Fügung [S. 330] diese Frage zur Verhandlung gekommen sei, damit wir jetzt bei Gelegenheit der Unterredung und aufgefordert durch die Entwicklung der Sache selbst zuversichtlich zu erforschen wagen was wir bisher niemals lernen konnten, weil die Scham allen Muth zum Fragen zurückhielt. Wenn wir also zu der Zeit, wo es nöthig wäre zu den hl. Geheimnissen hinzuzutreten, merken, daß wir durch ein Traumbild befleckt seien, dürfen wir uns dann jenen hl. Empfang der segenbringenden Speise erlauben, oder ist er zu vermeiden?
|