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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Einundzwanzigste Unterredung, welche die erste des Abtes Theonas ist, über die Nachsicht in der Quinquagesima.

36. Antwort, daß diese Frage für die nächste Unterredung aufbewahrt werden müsse.

Theonas: Der Eifer, mit welchem ihr den Weg der Vollkommenheit nicht im Vorbeigehen, sondern gründlich und vollständig kennen lernen wollt, reizt uns, unermüdlich in dieser Unterredung fortzufahren; denn nicht über die äussere Keuschheit und sichtbare Beschneidung, sondern über die verborgene stellt ihr eure eifrige Forschung an, wohl wissend, daß die Fülle der Vollkommenheit nicht in dieser sichtbaren fleischlichen Enthaltung bestehe, welche — sei es aus Nothwendigkeit, sei es aus Heuchelei — auch die Ungläubigen haben können, sondern in jener freiwilligen, unsichtbaren Reinheit, welche der hl. Apostel so preist: 1 „Denn [S. 324] nicht wer äusserlich ein Jude ist, und nicht die äusserliche Beschneidung dem Fleische nach, sondern wer innerlich Jude ist (gilt) und die Beschneidung des Herzens dem Geiste, nicht dem Buchstaben nach, wovon das Lob nicht bei Menschen, sondern bei Gott ist“ — der nemlich allein die Tiefen des Herzens erforscht. Weil jedoch euerm Verlangen nicht vollständig Genüge geleistet werden kann, da der kurze noch übrige Theil der Nacht zur Untersuchung dieser gar dunkeln Frage nicht hinreicht, so halte ich es für angemessen, daß sie einstweilen aufgeschoben werde; denn nach und nach und mit einem von dem Gedankenlärme ganz freien Herzen muß sowohl von uns vorgetragen als von eurem Geiste aufgenommen werden, was zwar wegen der Reinigung des Gewissens untersucht werden muß, aber nur von Jenem gelehrt und beigebracht werden kann, welcher die Gabe der Reinheit erfahren hat. Denn es fragt sich nicht, was die Beweiskraft eitler Worte, sondern was die innere Treue des Gewissens und die übergroße Macht der Wahrheit einpräge. Deßhalb kann auch von der Wissenschaft und Lehre dieser Reinigung Nichts vorgebracht werden, ausser von einem Erfahrenen, und Nichts eingeflößt werden, es sei denn einem ganz begierigen und eifrigen Freunde der Tugend, der sie nicht bloß durch Veranlassung leerer und eitler Reden zu erreichen wünscht, sondern durch Anstrengung aller Kräfte seiner Seele, also nicht durch das Streben nach unfruchtbarer Geschwätzigkeit, sondern durch die Sehnsucht nach innerer Reinheit.

1: Röm. 2, 28. 29.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger