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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Einundzwanzigste Unterredung, welche die erste des Abtes Theonas ist, über die Nachsicht in der Quinquagesima.

28. Warum man Quadragesima sagt, da doch nur sechsunddreissig Tage gefastet wird?

Es besteht also, wie wir gesagt haben, ein- und das- [S. 313] selbe Verhältniß und Maaß in den Fasten, wenn auch wegen der Wochenzahl ein Unterschied zu sein scheint. Aber in der That, als die menschliche Sorglosigkeit das wahre Verhältniß dieser Sache hatte vergessen machen, da erhielt diese Zeit, in welcher, wie gesagt. Gott die Jahreszehnten durch sechsunddreissig und einen halben Fasttag dargebracht werden, den Namen Quadragesima, 1 welcher vielleicht deshalb passend schien, weil Moses und Elias, ja der Herr Jesus Christus selbst vierzig Tage, wie uns berichtet wird, fasteten. Mit der geheimnißvollen Bedeutung dieser Zahl werden auch jene 40 Jahre, welche Israel in der Wüste weilte, und die 40 Wohnorte, mittels derer, es in mystisch sinnvoller Weise seinen Durchzug, wie geschrieben steht, machte, nicht unpassend in Verbindung gebracht. Und vielleicht hat diese Verzehntung gar von dem Brauche der Zollstätte den Namen Quadragesima erhalten. Denn so wird gemeinhin jene staatliche Einforderung genannt, von welcher ein ebenso großer Gewinntheil für den Genuß des Königs bestimmt ist, als der König aller Zeiten von uns für die Nutznießung des Lebens in der gesetzlichen Abgabe der Quadragesima fordert. Obwohl es nun nicht zu der vorgelegten Frage gehört, so glaube ich doch, weil sich eine Gelegenheit der Erwähnung bietet, auch das nicht übergehen zu sollen, was unsere Vorfahren sehr häufig bezeugten, daß nemlich alle Arten von Mönchen gerade an jenen Tagen nach alter Gewohnheit von dem feindlichen Heidenvolke am meisten angefochten und heftiger gedrängt wurden, von ihren Wohnsitzen auszuwandern, weil, ähnlich wie früher die Ägypter Israels Söhne mit grausamen Peinen unterdrückten, auch nun Die, welche Ägypter dem Geiste nach sind, versuchen, [S. 314] das wahre Israel, nemlich, das Volk der Mönche, mit den härtesten und schmutzigsten Arbeiten niederzudrücken, damit sie nicht in einer Gott ergebenen Ruhe das Land Ägypten verlassen und in die Wüste der Tugenden zu ihrem Heile auswandern. So sagt Pharao auch jetzt noch knirschend gegen uns: 2 „Träge sind sie, und deßhalb rufen sie und sagen: „„Laßt uns gehen und dem Herrn unserm Gotte opfern!““ Unterdrückt müssen sie werden mit Arbeiten, und dann mögen sie sich um ihre Leistungen kümmern und nicht auf eitle Reden denken.“ Denn in allweg behauptet die Eitelkeit der Gottlosen, das hl. Opfer des Herrn, das nur in der Wüste mit freiem Herzen dargebracht wird, sei der größte Wahn; denn dem Sünder ist die Religion ein Gräuel.

1: In der lateinischen Kirche waren seit den ältesten Zeiten den 6 Wochen noch 4 Tage beigefügt, für welche wir eigene Reden vom hl. Augustinus besitzen. Doch waren die Tage bis auf Gregor I. nicht immer dieselben, da zur Zeit des hl. Papstes Leo Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag gehalten wurden.
2: Exod. 5, 8. 9.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger