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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Zwanzigste Unterredung, welche die des Abtes Pinusius ist über das Ziel der Buße und die Genugthuung.

5. Über die Weise der Buße und den Beweis der erlangten Verzeihung.

Der ganze und volle Begriff der Buße ist, daß wir die Sünden, für welche wir büßen, oder von welchen unser Bewußtsein gepeinigt wird, fernerhin durchaus nicht mehr begehen. Das Zeichen der Genugthuung und der Verzeihung aber ist, „auch die Neigung zu denselben aus unsern Herzen verdrängt zu haben. Denn es möge ein Jeder wissen, daß er noch nicht von den alten Sünden frei sei, solange ihm bei seinem Ringen nach Genugthuung und Bußseufzern noch das Bild entweder der eigenen oder ähnlicher Verbrechen vor den Augen spielt, und ich will nicht sagen die Ergötzung, sondern auch nur die Erinnerung daran das Innere seines Geistes bestürmt. 1 Dann also mag Derjenige, welcher sich um die Genugthuung kümmert, erkennen, daß er von den Verbrechen losgesprochen sei und Verzeihung für die frühem Unthaten erlangt habe, wenn er sein Herz durchaus nicht mehr von den Lockungen jener Laster und ihren Bildern berührt fühlt. So wohnt also ein ganz wahrheitstreuer Untersucher der Buße und Verzeihung in unserm Gewissen, der uns die Lossprechung von unserer Schuld vor dem Tage der Öffentlichkeit und des Gerichtes roch in diesem Leibesleben entdeckt, und das Ende der Genugthuung und die Gnade der Verzeihung vor uns enthüllt. Und damit gerade dieß Gesagte noch deutlicher ausgedrückt sei, so muß man dann erst glauben, daß uns [S. 269] der alte Schmutz der Laster verziehen sei, wenn aus unserm Herzen ebenso das Verlangen nach den gegenwärtigen Lüsten und die Leidenschaften vertrieben sind.

1: Diese hohe Forderung darf die Unvollkommenen nicht zu sehr erschrecken und die Vollkommenen nicht zu sicher machen. Die Erstern haben, wenn auch keine volle Gewißheit, so doch trotz solcher Bilder &c., die frohe Hoffnung der Vergebung. Die zweiten brauchten zur vollen Gewißheit eine göttliche Offenbarung.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger