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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Siebzehnte Unterredung, welche die zweite des Abtes Joseph ist, über das Entscheiden.

5. Darlegung des Abtes Germanus, warum wir einerseits lieber in Ägypten bleiben möchten, anderseits nach Syrien uns gezogen fühlen.

Darauf sprach Germanus: Wir glaubten nach Beschauung eurer Gottseligkeit voll geistiger Freude und reich an Förderung in unser Kloster zurückzukehren, um dort Das, was wir durch eure Unterweisung gewonnen hatten, nach der Rückkehr, wenn auch in schwacher Nachahmung, zu befolgen. Die Liebe unserer Altväter drang auch in uns, ihnen Das zu versprechen, und wir glaubten, die Erhabenheit eures Lebens und eurer Lehre einigermaßen in jenem Kloster nachahmen zu können. Während wir nun meinten, es müsse uns daraus alle Freude zu Theil werden, sehen wir uns im Gegentheil von unerträglichem Schmerze aufgerieben, wenn wir bedenken, daß wir in dieser Weise Das, was wir als heilsam für uns erkennen, nicht zu erlangen vermögen. Nun sind wir also von zwei Seiten in Noth. Denn wenn wir dem Versprechen Genüge leisten wollen, das wir auf Antrieb der Liebe zu den Vätern gegeben haben, und das wir vor allen Brüdern in der Höhle, in welcher unser Herr aus dem Palaste des jungfräulichen Leibes leuchtend hervorkam, unter seiner Zeugschaft ausgesprochen haben, — so laufen wir die größte Gefahr im geistlichen Leben. Wenn wir aber uneingedenk jenes Versprechens in dieser Gegend bleiben, und der Förderung unserer Vollkommenheit jenes Übereinkommen nachsetzen wollen, so fürchten wir die jähe Gefahr der Lüge wegen nicht erfüllten Versprechens. Auch können wir unsere Bedrängniß nicht durch diesen Ausweg erleichtern, daß wir mit schneller Heimkehr die versprochene Bedingung erfüllen und dann aufs Neue hieher in eiliger Rückkunft kommen. Obwohl [S. 172] nemlich den nach Fortschritt in geistlichen Dingen und nach Tugend Strebenden aus, ein kleiner Aufschub gefährlich und schädlich ist, so würden wir doch die Verpfändung unseres Wortes durch eine wenn auch zögernde Heimkehr einlösen, wenn wir nicht wüßten, daß wir durch die Liebe und auch die Autorität unserer Altväter so unlösbar gebunden würden, daß uns nachher keine Erlaubniß ertheilt würde, hieher zurückzukommen.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger