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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Elfte Unterredung, welche die erste des Abtes Chäremon ist über die Vollkommenheit.

7. Auf welchen Stufen man zu der Höhe der Liebe aufsteigen könne, und welche Beständigkeit in ihr sei.

Wenn Jemand also nach Vollkommenheit strebt, so wird er von jener ersten Stufe der Furcht, welche wir die eigentlich knechtische nannten, und von der es heißt: 1 „Wenn ihr Alles gethan habt, so saget: Wir sind unnütze Knechte.“ — mit vorwärtsstrebendem Schritte aufsteigen zu jenem höhern Wege der Hoffnung, der im Gleichnisse schon nicht mehr dem Knechte, sondern dem Lohndiener zugeschrieben wird. Sie erwartet ja den Lohn der Vergeltung, und fast in Sicherheit Betreffs der Sündenvergebung und der Strafe, [S. 15] sowie im Bewußtsein guter Werke scheint sie allerdings den Lohn des Beifalls anzusprechen, kann sich aber nicht zu jenem Gefühle des Sohnes erschwingen, der im Vertrauen auf die Freigebigkeit der väterlichen Nachsicht nicht zweifelt, daß alle Güter des Vaters auch die seinen seien. Das wagt auch jener Verschwender, 2 der mit dem väterlichen Vermögen zugleich den Namen des Sohnes verloren hatte, nicht anzusprechen, da er sagt: „Ich bin nicht mehr werth, dein Sohn zu heissen; halte mich nur wie einen deiner Diener.“ Denn als er nach jenen Eicheln der Schweine, mit denen er sich nicht sättigen durfte, also nach der schmutzigen Lasternahrung zu sich selbst zurückgekehrt war und in heilsamer Furcht und Zerknirschung anfing, die Unreinigkeit der Schweine zu verabscheuen, da wurde er wohl aus Furcht vor der Strafe des harten Hungers eigentlich ein Knecht und sehnte sich nun im Gedanken an den Lohn nach dem Stande eines Lohndieners und sprach: „Wie viele Diener im Hause meines Vaters haben Überfluß an Brod, und ich sterbe hier vor Hunger!“ Ich will also zurückkehren zu meinem Vater und zu ihm sagen: „Vater, ich habe gesündigt wider den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr werth, dein Sohn zu heissen, halte mich nur wie einen deiner Diener!“

1: Luk. 17, 10.
2: Luk. 15, 11 ff.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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