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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Zehnte Unterredung, welche die zweite des Abtes Isaak ist, über das Gebet.

2. Über die Gewohnheit der Paschafeier in Ägypten.

Im Lande Ägypten wird nach alter Überlieferung diese Sitte beobachtet, daß, nachdem der Tag Epiphanie [S. 580] vorüber ist, Briefe des Bischofs von Alexandria an alle Kirchen Ägyptens gerichtet werden, in denen der Anfang von Quadragesima und der Ostertag nicht nur für alle Städte, sondern auch für alle Klöster bezeichnet wird. (Den Tag von Epiphanie aber erklären die Priester jener Provinz sowohl für den der Taufe des Herrn als auch für den seiner leiblichen Geburt, und also feiern sie das Fest beider Geheimnisse nicht doppelt wie in den Abendländern, sondern mit der einen Feier dieses Tages.) Dieser Sitte gemäß kamen also ganz wenige Tage nach obiger Unterredung mit dem Abte Isaak amtliche Briefe von Theophilus, dem Bischofe besagter Stadt, in welchen er nebst der Bestimmung des Osterfestes in langer Widerlegung über die thörichte Häresie der Anthropomorphiten handelte und diese in reicher Darstellung niederwarf. Das wurde fast von der ganzen Zahl der Mönche, welche in der Provinz Ägypten weilten, im Irrthume ihrer Einfalt so bitter aufgenommen, daß der größte Theil der Altväter beschloß, es sei im Gegentheil der erwähnte Bischof von der größten Häresie verführt und von der ganzen Körperschaft der Brüder zu verabscheuen, weil er nemlich die Lehre der hl. Schrift zu bekämpfen scheine, mit seiner Läugnung, daß der allmächtige Gott gestaltet sei nach Weise der menschlichen Figur, während doch die hl. Schrift ganz deutlich bezeuge daß Adam nach seinem Bilde geschaffen sei. Endlich wurde auch von denen, die in der scythischen Wüste lebten und an Vollkommenheit und Wissenschaft allen Bewohnern der ägyptischen Klöster voraus waren, dieser Brief so zurück gewiesen, daß mit Ausnahme des Abtes Paphnutius, des Priesters unserer Versammlung, Keiner von den übrigen Priestern, welche in derselben Wüste den andern drei Kirchen vorstanden, ihn weder zur Lesung noch zum Vortrag in ihren Versammlungen irgendwie zuließ.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger