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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Neunte Unterredung, welche die erste des Abtes Isaak ist, über das Gebet.

7. Ob es schwieriger sei, gute Gedanken zu bewahren als sie zu erwerben.

Germanus: Könnten wir doch in ähnlicher Weise und mit derselben Leichtigkeit, mit der wir meistens die Keime geistlicher Gedanken empfangen, auch ihre immerwährende Dauer besitzen! Denn wenn sie entweder durch das Andenken an die hl. Schriften oder durch die Erinnerung an irgendwelche geistige Thaten oder wenigstens durch die Betrachtung der himmlischen Geheimnisse in unseren Herzen empfangen wurden, so verfallen sie in einer gewissen unmerklichen Flucht und verschwinden so schnell wie möglich. Und wenn nun der Geist irgend welche andere Gelegenheiten zu geistlichen Eindrücken findet, so schleichen sich doch wieder andere ein, und die schon erfaßten fliehen mit glatter Behendigkeit, so daß die Seele, da sie nicht beharrlich bei sich bleibt und nicht aus eigener Gewalt die Beständigkeit der hl. Gedanken besitzt, auch dann, wenn sie dieselben irgend wie zu behalten scheint, sie doch, wie man glauben muß, nur zufällig und nicht selbstthätig empfängt. Denn wie soll wohl ihr Entstehen unserm Belieben zuzuschreiben sein, wenn ihr Bleiben nicht in unserer Macht steht? Aber damit wir durch die Untersuchung dieser Frage von der begonnenen Ordnung der Ausführung nicht zu weit abschweifen und die vorgenommene Darstellung des Gebetszustandes nicht zu lange verzögern, wollen wir diese ihrer Zeit aufsparen und bitten inständigst, über die Beschaffenheit des Gebetes unterrichtet zu werden, besonders da der hl. Apostel uns ermahnt, zu keiner Zeit davon abzulassen, da er sagt: „Betet ohne Unterbrechung!“ Und so wollen wir also zuerst über die Beschaffenheit desselben unterrichtet werden, nemlich was für ein Gebet immer aufsteigen solle, und dann, wie wir ebendieses, was es immer für [S. 551] eines sein mag, ohne Unterbrechung besitzen oder üben können. Denn daß es nicht durch eine geringe Anstrengung des Herzens erreicht werden könne, zeigt die tägliche Erfahrung; und die Auseinandersetzung deiner Heiligkeit, da du ja lehrtest, daß das Endziel des Mönches und der Gipfel der Vollkommenheit in der Vollendung des Gebetes bestehe.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger