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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Siebente Unterredung, welche die erste mit Abt Serenus ist, über die Veränderlichkeit der Seele und die bösen Geister.

19. Antwort, in welcher Weise ein Übereinkommen der Teufel über den Wechselangriff bestehe.

Serenus: Daß unter den Bösen nicht eine immerwährende Übereinstimmung in Allem sein könne, und daß keine vollkommene Eintracht bestehen könne selbst in jenen Lastern, an welchen sie sich gemeinsam ergötzen, ist eine sichere Lehre; denn niemals wird, wie ihr gesagt habt, in regellosen Dingen Regel und Maß gehalten werden können. In einigen Stücken jedoch, wo nemlich die Gemeinsamkeit des Wirkens oder die Nothwendigkeit es erfordert oder ein gemeinschaftlicher Gewinn einladet, müssen sie sich nothwendig zu einer zeitweiligen Einstimmigkeit bequemen. Daß [S. 489] Dieß in dem Kriegswesen der geistigen Bosheit so sei, sehen wir ganz klar, so daß sie nicht nur Zeiten unter sich beobachten und Abwechslungen, sondern auch bekanntlich gewissen Orten besonders anhängen und sie beständig besetzt halten. Denn weil sie nothwendig mit veränderten Versuchungen und nach bestimmten Lastern und Zeiten ihre Anfechtungen ins Werk setzen, so sehen wir leicht ein, daß Keiner zu gleicher Zeit durch die Eitelkeit der Ehrsucht gefoppt werden und von Begierde nach Unzucht, brennen kann; auch kann einer nicht von der schwellenden Überhebung des geistigen Hochmuthes aufgeblasen und zugleich der niedrigen fleischlichen Völlerei unterworfen sein. Ebenso wenig kann einer im thörichten Gekicher und Gelächter ganz aufgehen und zur selben Zeit von den Stacheln des Zornes gereizt oder gar von dem Trübsinn nagender Trauer erfüllt sein; sondern es ist nothwendig, daß jeder Dämon einzeln so den Angriff des Geistes auf sich nehme, daß er entweder, wenn er besiegt abzieht, seinen Platz einem andern Teufel zu stärkerer Anfechtung abtrete oder, wenn er Sieger bleibt, nichtsdestoweniger den Besiegten einem andern zu ähnlicher Beschämung überliefere.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger