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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Siebente Unterredung, welche die erste mit Abt Serenus ist, über die Veränderlichkeit der Seele und die bösen Geister.

[S. 484] 13. Daß kein Geist den andern durchdringen kann, sondern nur der unkörperliche Gott.

Denn wenn auch der Geist mit dieser dichten und festen Materie, d. i. dem Leibe, sich verbinden kann, was ganz leicht geht, so glaubt man deßwegen noch nicht, daß er sich auch mit der Seele, die gleichfalls Geist ist, so vereinen könne, daß er dieselbe ebenso seiner Natur theilhaftig mache. Das ist nur der Trinität möglich, die so sehr die ganze intellektuelle Natur durchdringt, daß sie dieselbe nicht nur umfassen und umgeben, sondern in sie eindringen und ihr wie Unkörperliches dem Körper sich eingießen kann. Denn obwohl wir lehren, daß es geistige Naturen gebe, wie die Engel, die Erzengel, die übrigen Kräfte, wie unsere Seele selbst oder diese seine Luft, so sind sie doch nicht für unkörperlich zu halten. 1 Denn sie haben in ihrer Weise einen Körper, in dem sie bestehen, obwohl einen viel feineren als Wir. Denn sie sind Körper nach dem Ausspruche des Apostels, der da sagt: 2 „Und die himmlischen Körper und die irdischen;“ und wieder: „Gesät wird ein thierischer Leib, auferstehen ein geistiger Leib.“ Daraus erschließen wir offenbar, daß es nichts Unkörperliches gebe als Gott allein, und daß also nur für ihn alle geistigen und intellektuellen Substanzen durchdringlich sein können, weil er allein ganz und überall und in Allen ist, so daß er die Gedanken der Menschen und ihre inneren Bewegungen und alles im Geiste Verborgene sieht und durchschaut. Von ihm allein nemlich redete der hl. Apostel, da er sprach: „Lebendig ist [S. 485] das Wort Gottes und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Fugen und Mark und richtend Über die Gedanken und Absichten des Herzens, und es ist keine Kreatur unsichtbar vor seinem Angesichte, sondern Alles bloß und offen vor seinen Augen.“ Und der hl. David sagt: 3 „Er, der einzeln bildet ihre Herzen;“ und wieder: „Denn er kennt die Geheimnisse des Herzens.“ Auch Job sagt: „Der du allein kennst die Herzen der Menschensöhne.“

1: Was die feine Luft betrifft, glauben wir dem Vater wohl gerne, daß sie nicht unkörperlich ist. Sehr ungläubig aber müssen wir gegenüber dem alten Irrthum sein, daß auch die Engel &c. einen feinen Körper hätten. Sie sind ganz geistig und können nur im Vergleich zu der übergreifenden Geistigkeit Gottes als materiell und gleichsam körperlich bezeichnet werden, weil sie nicht so frei von Zusammensetzung sind wie Gott.
2: I. Kor. 15.
3: Ps. 32, 15.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger