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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Sechste Unterredung, welche die des Abtes Theodor über den Mord der Heiligen ist.

2. Abt Theodor beantwortet die vorgelegte Frage.

Der gottselige Theodor antwortete: Diese Frage pflegt die Gemüther Derjenigen zu beunruhigen, welche wenig Glauben und Wissenschaft besitzen und nun meinen, das, was die Heiligen verdient haben, oder der Lohn, der doch [S. 445] nicht im gegenwärtigen Leben ausbezahlt wird, sondern für das zukünftige hinterlegt ist, müsse schon in der Kürze dieses Zeitlebens gegeben werden. Aber wir, die wir nicht bloß für dieses Leben auf Christum hoffen, damit wir doch ja nicht nach dem Worte des Apostels 1 unglücklicher seien als alle Menschen, weil wir, der Versprechungen für diese Welt ohnehin entbehrend, sie auch für die zukünftige durch diesen Unglauben verlieren, wir also wollen uns nicht in deren Meinungen verirren; damit wir nicht, wankend und furchtsam aus Unkenntniß des wahren Lehrausspruches, durch Versuchungen bewegt werden, da wir uns denselben preisgegeben wähnen. So würden wir ja Gott eine Ungerechtigkeit oder Sorglosigkeit in den menschlichen Anliegen zuschreiben, was schon zu sagen Unrecht ist, weil er heilige und recht lebende Männer in der Prüfung nicht beschütze und nicht den Guten Gutes, den Bösen aber Böses zum Lohn gebe in der Gegenwart, und wir würden verdienen, verurtheilt zu werden mit Jenen, die der Prophet Sophonias züchtigt: 2 „Die da sprechen, in ihrem Herzen: Nicht Gutes thut der Herr und nicht Übles;“ oder wir würden wenigstens in Gesellschaft Jener gefunden werden, die den Herrn mit folgenden Klagen lästern, wie es heißt: 3 „Jeglicher, der Böses thut, ist gut in den Augen des Herrn, und Solche gefallen ihm. Oder wo ist der Gott des Gerichtes?“ Sie fügen auch noch die Gotteslästerung bei, die im Folgenden geschildert ist: 4 „Eitel ist, wer Gott dient; oder welchen Vortheil haben wir davon, daß wir seine Gebote befolgten und traurig wandelten vor dem Herrn? Laßt uns denn selig preisen die Übermüthigen, da ja reich wurden die Missethäter, und da gerettet wurden, die Gott versuchten.“ Damit wir also dieser Unwissenheit, welche die Wurzel und Ursache des verkehrtesten Irrthums ist, entgehen, müssen wir zuerst wissen, was in Wahrheit gut ist und was [S. 446] böse, und dann erst, wenn wir hierüber nicht den falschen Begriff des Volkes, sondern den wahren der hl. Schrift festhalten, werden wir gar nicht mehr von dem Irrthum ungläubiger Menschen getäuscht werden.

1: I. Kor. 15, 19.
2: Soph. 1, 12.
3: Malach. 2, 17.
4: Malach. 3, 14.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger