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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Vierte Unterredung, welche die mit Abt Daniel ist über die Begierlichkeit des Fleisches und des Geistes.

10. Daß das Wort „Fleisch“ nicht in einer Bedeutung gebraucht werde.

Das Wort Fleisch lesen wir in den hl. Schriften in verschiedener Bedeutung. Denn zuweilen bezeichnet es den ganzen Menschen, also wie er aus Seele und Leib besteht, z. B. in der Stelle: „Und das Wort ist Fleisch geworden“ und: „Alles Fleisch wird das Heil unseres Gottes schauen.“ 1 Oft wird es von den sündigen, fleischlich gesinnten Menschen gebraucht, z. B.: 2 „Nicht wird bleiben mein Geist bei diesen Menschen, weil sie Fleisch sind.“ Manchmal steht es statt des Wortes Sünde, z. B.: „Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste;“ 3 und wieder: 4 „Fleisch und Blut werden das Reich Gottes nicht besitzen.“ Dann folgt: „Und die Verwesung wird nicht die Unverweslichkeit in Besitz nehmen.“ Zuweilen bezeichnet es die [S. 394] Verwandtschaft und Angehörigkeit, wie: 5 „Siehe, wir sind dein Bein und dein Fleisch;“ und beim Apostel: 6 „Ob ich wohl zur Nacheiferung brächte mein Fleisch (die Verwandten) und Einige von ihnen retten würde.“ Wir müssen also untersuchen, in welcher der vier Bedeutungen wir das Wort Fleisch hier zu nehmen haben. Es ist aber offenbar, daß es nach jener, in der es heißt: „Und das Wort ist Fleisch geworden“ oder: „Und alles Fleisch wird das Heil unseres Gottes schauen“ hier durchaus nicht stehen könne; aber auch nicht nach jener zweiten Bedeutung, in der gesagt ist: „Nicht wird bleiben mein Geist“ &c.; denn es ist nicht ebenso schlechthin von dem sündigen Menschen gebraucht, wenn gesagt wird: „Das Fleisch begehrt wider den Geist“ &c. Er spricht ja nicht von den Substanzen, sondern von den Thätigkeiten, die in einem und demselben Menschen entweder zugleich oder einzeln mit Zeitwechsel und Veränderung sich bestreiten. 7

1: Isai. 40.
2: Genes. 6, 3.
3: Röm. 8. 9.
4: I. Kor. 15, 50.
5: II. Kön. 5.
6: Röm. 11, 14.
7: Der Mensch ist also wegen der ersten Regungen des Fleisches gegen den Geist noch kein Sünder, nicht substantiell bös dem Fleische nach, wie die Manichäer wollten.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger