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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Vierte Unterredung, welche die mit Abt Daniel ist über die Begierlichkeit des Fleisches und des Geistes.

7. Von der Nützlichkeit jenes Kampfes, den der Apostel in den Widerstreit des Fleisches und Geistes setzt.

Daß dieser Kampf in nützlicher Weise auch in unsere Glieder gelegt sei, lesen wir beim Apostel so geschildert: 1 „Denn das Fleisch begehrt wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; diese also bekämpfen sich gegenseitig, so daß ihr nicht thuet, was ihr gerade immer wollt.“ Da hast du also auch hier den Kampf gleichsam im Eingeweide unseres Leibes nach dem Walten der göttlichen Anordnung. Denn wenn Etwas allgemein und ohne jede Ausnahme Allen innewohnt, was kann man dann anders denken, als daß es dem menschlichen Wesen selbst nach dem Falle des ersten Menschen gleichsam von Natur aus zugetheilt sei? Und wenn Etwas Allen angeboren und eingewachsen sich zeigt, wie sollte man nicht glauben, daß es durch den Willen des Herrn, der nicht schaden, sondern fürsorgen will, eingepflanzt sei? 2 Als Grund nun dieses Krieges zwischen Fleisch und Geist verzeichnet der Apostel folgenden: „so daß ihr nicht thuet, was ihr nur immer wollt.“ 3 Was [S. 392] also Gott zu verhüten suchte, wofür kann Dieß anders gehalten werden, als für schädlich? Und so ist immerhin dieser Kampf, den uns Gottes Anordnung einpflanzte, nützlich und ruft und treibt uns in einen bessern Zustand, während im Gegentheil ohne ihn gewiß ein verderblicher Friede folgen würde.

1: Gal. 5, 17.
2: Cassian beansprucht für solche Darstellungen nicht theoretische Genauigkeit; seinem praktischen Zwecke genügte eine allgemeinere, leicht vorstellbare Fassung.
3: Die Folge „so daß“ wird als eine von Gott beabsichtigte hingestellt, mithin auch als Grund. Wir sollen nicht thun können, was das Fleisch will, — dazu ist die Widerrede des Geistes, der eben das Fleisch zu sich hinaufziehen soll; wir sollen aber auch nicht ohne Widerrede thun können, was der Geist will, damit wir demüthig zu Gott unsere Zuflucht nehmen, dessen Hilfe wir brauchen. Deßhalb auf jeder Seite die Hindernisse für unsern Willen zur höhern Weihe des Fleisches und Geistes.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger