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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Vierte Unterredung, welche die mit Abt Daniel ist über die Begierlichkeit des Fleisches und des Geistes.

2. Frage, woher die plötzliche Veränderung der Geister komme, von unaussprechlicher Freude bis zur tiefsten Niedergeschlagenheit des Gemüthes.

Diesen gottseligen Daniel also befragten wir über den Grund des folgenden Zustandes: Wir sitzen oft in der Zelle voll solcher Heiterkeit des Herzens, mit einer gewissen unaussprechlichen Freude und überschwellendem Reichthum der geheimnißvollsten Erfahrungen, so daß nicht einmal das Gefühl all dem nahe kommen, geschweige denn die Darstellung in Worten folgen könnte. Das Gebet ist dann rein und leicht zu üben, und der Geist, voll von Früchten seiner Art, merkt, daß seine Bitten, selbst wenn er im Schlafe betet, wirksam und wie im Fluge zu Gott gelangen. Aber ein ander Mal werden wir ohne Ursache plötzlich von solcher Angst erfüllt und von einer gewissen unerklärlichen Traurigkeit gedrückt, daß wir nicht nur fühlen, wie wir selbst durch diese Stimmung austrocknen, sondern wie auch die Zelle voll Schauer, die Lesung voll Eckel ist, und wie selbst unser Gebet unstät, schwankend und wie im Rausche hervorkömmt, so daß trotz unserer Seufzer und Plage der Geist zu der früheren Richtung nicht zurückgeführt werden kann. Mit je mehr Anstrengung derselbe zum Hinblick auf Gott zurückgeführt wird, desto heftiger wird er im leichten [S. 387] Ausgleiten zu den unstäten Abschweifungen hingerissen. Und so leer wird er dann von aller geistlichen Frucht, daß er weder durch die Vorstellung der Himmelssehnsucht noch der Höllenschrecken aus diesem todesähnlichen Schlafe geweckt werden kann. Woher Dieß alles? Er antwortete also:

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger