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Basilius von Cäsarea († 379) - Drei vorläufige ascetische Unterweisungen

Dritte Unterweisung: Was einen Mönch ziert.

1.

Vor Allem muß der Mönch haben ein Leben in Armuth Einsamkeit dem Leibe nach, gesetzte Haltung, gemäßigte Stimme, geordnete Rede, keine Sorge um Speise und Trank. Auch muß er mit Stillschweigen essen, vor Älteren schweigen, bei Weiseren zuhören, Seinesgleichen lieben, den Niedern liebevoll rathen, von den Schlechten, fleischlich Gesinnten und Händelsüchtigen sich entfernen, mehr denken, wenig reden, im Reden nicht anmaßend, im Umgänge zurückhaltend sein, nicht zum Lachen geneigt, schamhaft sein, die Augen niederschlagen, aber den Geist nach oben richten. Ferner muß er Gegenreden nicht widersprechen, folgsam sein, mit den Händen arbeiten, stets an die letzten Dinge denken, sich der Hoffnung freuen, in der Bedrängniß ausharren, unabläßig beten, bei Allem danken, gegen Alle demüthig sein, den Hochmuth hassen, nüchtern sein und das Herz vor bösen Gedanken bewahren, durch die Gebete sich Schätze für den Himmel sammeln, seine täglichen Gedanken und Handlungen erforschen, sich nicht in Händel und weitläufiges Gerede einlassen. Dann muß er sich um das Leben der Leichtsinnigen nicht kümmern, sondern das der heiligen Väter nachahmen, sich mit denen freuen, welche die Tugend pflegen [S. 33] und sie nicht beneiden, mit den leidenden leiden und ihnen weinen, sie herzlich bedauern, aber nicht verurtheilen, den die Sünde Aufgebenden nicht schmähen und sich nicht selbst rechtfertigen, vor Allem sich vor Gott und Menschen als Sünder bekennen. Die Unordentlichen muß er ermahnen, die Kleinmüthigen trösten, den Kranken beistehen, den Heiligen die Füße waschen, Gastfreundschaft und Bruderliebe üben, mit den Glaubensgenossen in Frieden leben, einen ketzerischen Menschen fliehen, die echten Bücher lesen, die unterschobenen überhaupt nicht anrühren, über den Vater, Sohn und heiligen Geist nicht grübeln, sondern eine unerschaffene und wesensgleiche Dreieinigkeit freimüthig bekennen und denken und den Fragenden antworten: Wir müssen getauft werden, wie uns überliefert worden, glauben, wie wir getauft worden sind, und Gott verherrlichen, wie wir glauben. Auch muß er sich in guten Werken und Reden üben, überhaupt nicht schwören, kein Geld auf Wucher geben, nicht mit Getreide, Wein und Öl Handel treiben, um zu gewinnen, sich von Rausch, Trunkenheit und weltlichen Sorgen fernhalten, im Umgange nicht hinterlistig sein, überhaupt über Niemand nachtheilig reden, nicht verleumden noch überhaupt Verleumdungen gerne anhören nicht sogleich das Nachtheilige von Jemand glauben, sich weder vom Zorne noch von Muthlosigkeit beherrschen lassen, nicht ohne Grund dem Nächsten zürnen, gegen Niemanden Zorn im Herzen haben, nicht Böses mit Bösem vergelten, lieber geschmäht werden als schmähen, geschlagen werden als schlagen, Unrecht leiden als Unrecht thun, beraubt werden als berauben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger