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Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)
Drittes Buch: Wertlosigkeit der heidnischen Schriftsteller und ihrer Lehren; Heiligkeit und hohes Alter der christlichen.

2. Mangel an Gewähr bei denselben.

Die Dinge nämlich, worüber die Schriftsteller so sichere Behauptungen aufstellen, müßten sie entweder selbst mit Augen gesehen, oder von solchen, die sie gesehen, mit Zuverlässigkeit gehört haben. Denn Schriftsteller, die Ungewisses schreiben, führen sozusagen Streiche in die Luft. Denn was half es dem Homer, daß er den Ilischen Krieg besang und damit viele anlog, oder dem Hesiod sein genealogisches Verzeichnis der von ihm so genannten Götter, oder dem Orpheus seine 365 Götter, die er am Ende seines Lebens selbst wieder [S. 78] leugnet, indem er in seinem Testamente sagt, es sei nur Ein Gott? Was hatte Aratus von seiner Darstellung des Erdenrundes als kugelförmig, oder diejenigen Schriftsteller, die ähnliche Sätze aufstellten wie er, als nur den Ruhm bei den Menschen, den sie selbst wieder nicht einmal verdient haben? Was haben sie doch Wahres gesagt? Was haben dem Euripides, dem Sophokles und den andern Tragikern ihre Tragödien geholfen, oder dem Menander, Aristophanes und den übrigen Komikern ihre Komödien, oder dem Herodot oder Thukydides ihre Geschichtswerke, dem Pythagoras die Geheimnisse (der Ägyptier) und die Säulen des Herkules1, oder dem Diogenes seine cynische Philosophie, oder dem Epikur sein zuversichtlicher Ausspruch, daß es keine Vorsehung gebe, oder dem Empedokles seine Lehre des Atheismus, oder dem Sokrates sein Schwören beim Hund oder bei der Gans, bei der Platane, bei dem vom Blitze getroffenen Äsculapius und bei den Dämonien, die er anrief? Aus welchem Grunde doch ging er freiwillig in den Tod, und welchen Lohn hoffte er sich nach dem Tode? Was half dem Plato seine Erziehungslehre, oder den übrigen Philosophen – um nicht die ganze große Anzahl derselben aufzuzählen –ihre Lehrsätze? Wir führen dies aber an, um ihr nutzloses, gottentfremdetes Denken zu kennzeichnen.

1: Die er auf seinen Reisen kennen gelernt und gesehen hatte.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger