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Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)
Zweites Buch: Widersinnigkeit des Heldentums und Erhabenheit der christlichen Wahrheit

38. Übereinstimmung derselben mit den Propheten über den Untergang der Welt durch Feuer u. a.

Und was liegt denn daran, ob sie früher oder später lebten? Wenigstens haben sie das gleiche ausgesprochen wie die Propheten. Über die Zerstörung der Welt durch das Feuer also sagt der Prophet Malachias; „Siehe, es kommt der Tag des Herrn wie ein brennender Ofen und wird in Flammen setzen alle Gottlosen“1. Und Isaias: „Kommen wird der Zorn Gottes wie heftig niederstürzender Hagel und wie in der Schlucht hinbrausendes Wasser“2. Also haben die Sibylle und die andern Propheten, ja auch die Dichter und Philosophen über die Gerechtigkeit, das Gericht und die Strafe Gottes sich deutlich ausgesprochen; ebenso haben sie auch über die Vorsehung, daß nämlich Gott fürsorge nicht bloß für die Lebenden, sondern auch für die Toten, gesprochen, wenn auch wider Willen; sie sahen sich nämlich durch die Wahrheit dazu gezwungen. Und zwar hat unter den Propheten Salomon über die Verstorbenen also gesprochen: „Es wird Genesung kommen für das Fleisch und Heilung für das Gebein“3. Das nämliche sagt auch David: „Es werden frohlocken die gedemütigten Gebeine“4. Hiermit stimmt auch der Spruch des Timokles überein:
„Für die Verstorbenen ist Erbarmen beim gnädigen Gotte.“

Es kamen also die Schriftsteller, wenn sie auch von einer Vielheit von Göttern redeten, doch auf einen einzigen Gott, und wenn sie auch das Nichtvorhandensein einer Vorsehung behaupteten, so taten sie doch Aussprüche über die Vorsehung, und wenn sie auch den Eintritt des Gerichtes leugneten, so sprachen sie doch [S. 76] einhellig von demselben; und diejenigen, die da leugneten, daß nach dem Tode eine Empfindung verbleibe, gaben dies doch wieder zu. Homer nämlich, nachdem er gesagt hat:
„Gleichwie ein nichtiger Traum in Nichts ist die Seele entflogen.“
(Od. XI. 221.)

sagt an einer andern Stelle:
„Und aus den Gliedern entfloh ihm die Seele zum Hades hinunter.“
(Il. XVI. 856.)

und wiederum:
„Schleunigst begrab' mich, so werd' ich die Tore des Hades betreten.“
(Il. XXIII. 71.)

In Betreff der übrigen Schriftsteller aber, die du gelesen hast, glaube ich, daß du genau weißt, wie sie sich ausgesprochen haben. Alle diese Dinge aber wird jeder verstehen, der die Weisheit Gottes sucht, und der ihm durch Glaube, Gerechtigkeit und gute Werke zu gefallen strebt. Es sagt nämlich einer von den obenerwähnten Propheten, namens Osee: „Wer ist weise? und er wird dies verstehen; wer klug? und er wird es erkennen. Denn gerade sind die Wege des Herrn, und die Gerechten werden wandeln darauf und die Gottlosen darauf kraftlos sein“5. Wer nun ein Freund der Wissenschaft ist, muß auch eifrig trachten, sie zu erlernen. Suche also häufiger mit mir zusammenzukommen, damit du auch von Mund zu Mund mich hörest und so die Wahrheit genau kennen lernst. DRITTES BUCH. Wertlosigkeit der heidnischen Schriftsteller und ihrer Lehren; Heiligkeit und hohes Alter der christlichen.

1: Mal. 4, 1.
2: Is. 30, 30.
3: Sprichw. 3, 8.
4: Ps. 50, 8.
5: Os. 14, 10.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger