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Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)
Zweites Buch: Widersinnigkeit des Heldentums und Erhabenheit der christlichen Wahrheit

29. Brudermord und Strafe Kains.

Adam also erkannte sein Weib Eva, und sie empfing und gebar einen Sohn, mit Namen Kain. Und sie sprach: Ich habe einen Menschen durch Gott bekommen1. Und abermal gebar sie einen Sohn, namens Abel. Dieser war der erste Schafhirt, Kain aber bebaute die Erde. Die Geschichte derselben nun würde eine zu große Ausführlichkeit, ja auch eine zu weit greifende Erklärung erfordern; deswegen kann der wißbegierige Leser sich über die Geschichte genauere Belehrung unmittelbar aus dem Buche erholen, das Genesis – die Entstehung der Welt – betitelt ist. Als nun der Satan sah, daß nicht bloß Adam und sein Weib am Leben blieben, sondern daß sie auch Kinder erzeugt hatten, da ergrimmte er vor Neid darüber, daß er sie nicht hatte ums Leben bringen können. Er stachelte daher, da er sah, daß Abel Gott wohlgefiel, ihren andern (Sohn), der Kain hieß, gegen seinen Bruder auf und brachte ihn dazu, daß er seinen Bruder tötete. Und dies war der Anfang, daß der Tod in diese Welt eingetreten und bis auf heute über das gesamte Menschengeschlecht gekommen ist. Gott wollte aber in seiner Erbarmung dem Kain eine Veranlassung zur Buße und zum Bekenntnisse geben und sprach daher zu ihm wie zu Adam: „Wo ist Abel, dein Bruder?“ Kain aber erwiderte Gott trotzig und sagte: „Ich weiß es nicht; ich bin doch nicht der Hüter meines Bruders?“ So erzürnte Gott über ihn und sagte: „Was hast du da [S. 60] getan? Die Stimme von deines Bruders Blut schreit zu mir von der Erde. Und jetzt sollst du verflucht sein von der Erde, die ihren Mund aufgetan, um das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen; jammernd und zitternd sollst du auf Erden wandeln”2. Von dorther noch entsetzt, nimmt die Erde deswegen das Blut des Menschen, ja selbst das eines Tieres, nicht mehr in sich auf3, wodurch klar wird, daß nicht sie schuld ist, sondern der frevelnde Mensch.

1: 1 Mos. 4, 1.
2: 1 Mos. 4, 9 ff.
3: Sondern das Blut gerinnt, ehe es in den Boden dringen kann.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger